Die Industrie der Fettkörper und das Glycerin. 499
keine Elaidinsäure, die Andere '), als durch anhängende. Schwefelsäureerzeugt, im Destillat angenommen haben und keine Palmitinsäure.Alle diese Verhältnisse bedürfen einer eingehenden Untersuchung,deren Resultate dann vielleicht den bis jetzt wenig erfolgreichen unddoch so viel versprechenden Bestrebungen zu gut kommen, die aufeine vollständige Umwandlung der Oelsäure in feste Fettsäuren ge-richtet waren.
Es ist wiederholt der Versuch gemacht, die beiden von Alters herbekannten Reactionen, durch welche diese Umwandlung erreicht werdenkann, für technische Zwecke auszunutzen. Die durch Varrentrapp-entdeckte Spaltung der Oelsäure in Palmitinsäure und Essigsäure unterdem Einfluss schmelzender Alkalien würde reichen Gewinn bringen,gelänge es, an die Stelle des Alkalis ein billigeres Agens zu setzenund sie ohne zu viel Verlust auszuführen. R. Wagner 2 ) machte be-reits 1857 auf diese Verhältnisse aufmerksam, aber den experimen-tellen Beweis, dass 100 Kg Oelsäure über 90 Kg Palmitinsäure zu bildenvermögen, welcher nach Wagner’s späteren Mittheilungen in seinenBemerkungen steckt, hat Referent nicht aufzufinden vermocht. EinPatent von Paraf-Javal 3 ) will die Umwandlung mit der zwei- bisdreifachen Menge Kali- oder Natronhydrat erreichen, durch Ausziehenmit wenig Wasser einen Theil des Alkalis wiedergewinnen und auchnoch essigsaures Kali darstellen. Man erkennt, dass hier keine ernstenVersuche vorliegen.
Seit Pelouze und Boudet 4 ) wissen wir, dass Oelsäure durchsalpetrige Säure in die starre Elaidinsäure übergeführt werden kann,auch zeigte Gottlieb 5 ), dass beide Säuren isomer sind, dass bei An-wendung reiner Oelsäure kaum andere Producte auftreten und end-lich, dass auch die salpetrige Säure entbehrlich ist: ein durch Ein-wirkung von salpetriger Säure auf Elaidinsäure entstehendes Oel ver-wandelte nach dem Abwaschen aller Salpetersäure sein zwanzigfachesGewicht Oelsäure, wenngleich langsam, in Elaidinsäure. Patente aufBildung und Benutzung der Elaidinsäure erhielten unter Anderen Jo-nes und Wilson 0 ), dann Jacquelin 7 ), endlich Jünemann 8 ), der
1866, 27) Angaben, die aber gleichfalls die Natur dieser Säuren zweifelhaftlassen. x ) A. Brudenne (Bayer. Kunst- und Gewerbebl. 1863, 410; Wagn.Jahresber. 1863, 667). Anhängende Schwefelsäure werde zu schwefliger Säurereducirt, und diese erzeuge aus der Oelsäure Elaidinsäure. Aber E. Wagner(Jahresber. 1857, 457) bezeichnet schon 1857 die „allgemein vei'breitete“ An-sicht, schweflige Säure vermöge aus Oelsäure Elaidinsäure zu bilden, alsirrig. 2 ) B.. Wagner, Jahresber. 1857, 457; 1867, 696. 8 ) Paraf-Javal,
Bull. Soc. chim. [2] VII, 532; Wagn. Jahresber. 1867, 696. 4 ) E. Boudet,
J. Chim. möd. VIII, 641; Gmelin’s Handbuch VII, 1497. 6 ) Gottlieb,
Ann. Chern. Pharm. LVII, 52; Gm. Handb. VII, 1497. c ) W. C. Jones undG. P.Wilson, 8. Dec. 1842; Nr. 9542. 7 ) Jacquelin, Le Gdnie industriel
XVII, 257 ; Wagn. Jahresber. 1859, 600. 8 ) Pr. Jünemann, Polytechn. Cen-
32 *