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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.'

der Rinden verwendet wird, G. Calisaya A und B, C. Hasscarliana undC. Pdhudiana höchst werthvolle Medicinalrinden, selbst C. succirübraund C. caloptera können noch zu demselben Zwecke dienen, währendG. Calisaya I) und E, sowie C. officinalis zu grossen Hoffnungen fürdie Fabrikation der Alkaloide berechtigen.

C. Calisaya E stammt von Bäumen, welche aus von Bolivia ge-kauften Samen gezogen wurden, dieselbe zeigt den höchsten Chinin-gehalt, welcher bislang in einer grösseren Parthie Chinarinde, sei sieamerikanischen oder ostindischen Ursprungs, überhaupt constatirt wurde.Aber damit nicht genug melden die neuesten Analysen von Java, welchefür das zweite Trimester 1873 soeben veröffentlicht wurden, für die-selbe Varietät jetzt bis zu 9 p. C. Chiningehalt!

Nach den Holländern unternahmen die Engländer namentlichdurch Markham, welcher 1859 von der englischen Regierung nachSüdamerika gesandt wurde, die Anpflanzung der Cinchonen in BritischIndien, theils an den Abhängen des Himalayagebirges, theils auf derInsel Ceylon. Dieselben konnten sich die positiven und negativen Er-fahrungen ihrer Vorgänger in vielen Fällen zu Nutzen machen undhaben diese mit einem heutigen Bestand von über 2 1 / 2 Mill. Pflanzenquantitativ bereits überholt. Leider waren die englisch - ostindischenChinarinden in Wien in sehr untergeordneter Weise ausgestellt undkonnten deshalb die verdiente Beachtung nur in beschränkterem Maassefinden.

Die ostindischen Chinaplantagen der Engländer enthalten haupt-sächlich Cinchona officinalis und Cinchona succirubra. Eine vor weni-gen Tagen in London verkaufte Parthie von 151 Colli englisch - ost-indischer Chinarinde zeigte zumeist schöne rissige Röhren von hübscherStärke, welche als Apothekerrinden gute Verwendung finden können.Unter den einzelnen Arten sind zu erwähnen:

Cinchona succirubra mit 2 - 2 p. C. Chinin,

succirubra unter Moosbedeckung aufgewachsen mit l - 8 p. C.Chinin,

succirubra nach früherer Schälung erneute Rinde mit2'4 p. C. Chinin,

officinalis mit 2'8 p. C. Chinin,

,, unter Moosbedeckung gewachsen mit 34 p. C.

Chinin.

Schade, dass die C. succirubra mit fortschreitendem Wachsthuman Chinin ab-, dagegen im Cinchonidingehalt zunimmt und dass, wie esscheint, auch die Moosbedeckung sowie eine in den englischen Plan-tagen versuchte stickstoffreiche Düngung die Productionskraft derPflanze nach ebenderselben Richtung steigern, während beide so inter-essanten Manipulationen bei der C. officinalis den Chiningehalt ent-schieden günstig beeinflusst haben.