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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Alkaloide.

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stallisirtem Sulfat dargestellt werden, von dem wichtigsten und werth-vollsten Bestandtheile der Chinarinden, dem Chinin, gerade am wenig-sten enthalten.

Hinsichtlich der jährlichen Chininproduction liegen nur wenigeAngaben vor; aus den zu solchem Zweck verwendeten Quantitäten vonChinarinden dürfte indessen geschlossen werden können, dass die Ge-sammtproduction von Chininsulfat aller Fabriken per 1872 gegen70 000 Kg betrug.

Schroff fand, dass Gaben von 0'05 bis 02 g von salpetersauremMethylstrychnin bei Kaninchen und Hunden innerlich nicht giftig wirkten,subcutan aber Erscheinungen hervorriefen, welche an Vergiftung mitCurare erinnerten. Auch J o 1 y e t und An. Cahours 1 ) bemerkten, dassder Eintritt von Methyl oder Aethyl in das Strychnin dessen Wirkungwesentlich veränderten, indem diese neuen Basen eine mehr der desCurare ähnliche Wirkung verursachten, wobei jedoch Zuckungeneintraten. Letztere finden aber nach Cr um Brown und Fraser 2 ) beiabsolut reinem Material nicht statt.

R. Messel 3 ) liess auf Strychnin salzsaures Aethylenoxyd wirkenund erhielt Strychninoxäthylchlorid, CääHsjlS^ CI -j- II 3 0, aus welchemer mittelst Silberoxyd resp. durch Zersetzung des Sulfates mit Barytdas Strychninoxäthylhydrat darstellte. Diese einsäurige Base bildetweisse, zu kleinen Büscheln vereinte Krystalle. Bei Fröschen, denen diewässerige Lösung des Chlorids injicirt wurde, trat während längerer Zeitvollständige Lähmung der motorischen Nerven ein. Falls der Tod desThieres nicht eintrat, so wurde häufig nach dessen Erwachen eine oftlange andauernde tetanische Steifheit bemerkt. Diese letztere Eigen-schaft kann, wie Messel hervorhebt, nicht wohl dadurch veranlasst sein,dass dem Chlorid noch Spuren von Strychnin anhafteten, indem diewässerige Lösung des Strychnins, welche in 700 000 Theilen 1 TheilAlkaloid enthält, noch deutlich bitter schmeckt, während die stark ver-dünnte Lösung des angewandten Strychninoxäthylchlorids einen süssenGeschmack besitzt.

Wenn an das Strychnin die Glycolylgruppe angefügt wird, was nachP. Römer 4 ) geschieht, wenn man 3 Thle. feingepulvertes Strychninund 1 Tbl. Monochloressigsäure in offenen Röhren 4 bis 5 Stundenlang auf 180° erhitzt, so wird eine Base erhalten, welche sich von demBrucin durch einen Mindergehalt von 2 At. II unterscheidet, aber nochdieselbe Reaction mit chromsaurem Kalium und Schwefelsäure giebt wiedas Strychnin, auch subcutan Fröschen injicirt Tetanus verursacht.

Curarin, das von Rou 1 in und Boussingault zuerst bemerktwurde, stellte Pr eye r 5 ) in reinem Zustande djxr. Es krystallisirt in

!) Cahours, Compt. renil. LXVII, 904. 2 ) Fraser, Compt. rend.

LXVII, 1266. 3 ) Messel, Ann. Cliem. Pliarm. CLVII, 7. 4 ) Römer,

Ber. cliem. Ges. IY, 821. 6 ) Pre«yer, Ztsclir. Cliem. YIII, 381.