Alkaloide.
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Das Ckinoidin hat gegenwärtig in Folge der hohen Chininpreisemehr Beachtung gefunden als früher. Besonders ist das von J. Jobst 1 )nach einem besonderen Verfahren dargestellte Chinoidincitrat sehr in Auf-nahme gekommen, was anscheinend darin seinen Grund haben mag,dass in dieser Form nur die in Aether leicht löslichen Bestandtlieile desChinoidins zur Anwendung gelangen.
Chinamin nennt Verfasser 2 ) ein Alkaloid, welches sich vorzugsweisein der Kinde von Cinch. succirubra von Darjeeling und Rungbee 3 )vorfindet. Es ist nach der Formel C2oH 2 eN 2 0 2 zusammengesetzt, enthältalso 2 At. H mehr als das Conchinin, giebt jedoch keine grüne Färbung mitChlor und Ammoniak. Es krystallisirt aus Aether in langen wasserfreienNadeln, welche sich schwer in verdünntem Alkohol lösen, reagirt starkbasisch und giebt mit Säuren meist wohlcharakterisirte Salze. Hiervonlöst sich das Platinsalz äusserst leicht in Wasser, so dass das Chinaminnur in concentrirter wässeriger Salzlösung mit Platinchlorid einen Nie-derschlag giebt. Goldchlorid wird zwar von dem Chinaminchlorhydratgefällt, allein es erfolgt Reduction der Goldverbindung, während sichdie Masse purpurroth färbt. In dem letzteren Verhalten gleicht es demPaytin, C 2 ] H. 2 , 4 N 2 0, das sich in der China alba von Payta (Peru) vor-findet 4 ). Beide Alkaloide werden von Jodkalium gefällt und gleichendarin dem Conchinin.
Was den therapeutischen Werth der wichtigeren Chinaalkaloide, desChinins, Cinchonidins, Cinchonins und Conchinins betrifft, so behauptetdas Chinin unter diesen immer noch den ersten Platz. Der Umsfandaber, dass das Conchinin mit Chinin isomer ist und die gleiche grüneFärbung mit Chlor und Ammoniak wie jenes giebt, scheint die Idee ver-anlasst zu haben, nach welcher das Conchinin ebenso wirksam seinmöchte wie das Chinin. Aus dem gleichen Grunde müsste dem Chinicinund dem Chinoidin die gleiche Leistung zugesprochen werden wie demChinin.
Wiederholt ist vom Verfasser hervorgehoben worden, dass sich dasConchinin bezüglich der meisten chemischen und physikalischen Eigen-schaften an das Cinchonin reiht. Es ist wahrscheinlich, dass derphysiologische Effect und therapeutische Werth des Conchinins sich zudenen des Cinchonins verhalten, wie diejenigen des Chinins zu denendes Cinchonidins.
Allerdings berichtet die in Madras eingesetzte Commission, welchedie verschiedenen wichtigeren Chinaalkaloide auf ihren therapeutischen
* 4 ) Jobst, lieber das Wesen und die Anwendung des citronensauren
Chinoidins. Stuttgart 1869. 2 ) Hesse, Ber. cliem. Ges. V, 265, u. Ann.
Chem. Pharm. CLXYI, 266. s ) In der fraglichen Chinarinde von Rungbeewurde es unlängst von de Vrij anfgefundon (Hesse). 4 ) Hesse, Ann.Cliem. Pharm. CLIV, 287 u. CLXVI, 272.