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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Bereitung des Weines.

niss von 170 Hl ist nicht selten, und stimmt mit den Angaben vonColumella (8 Culei auf das Joch = 160 Hl auf den Hectar) überein.Also lässt sich in Beziehung auf die Menge weder Fortschritt nochRückschritt nachweisen.

Ueber den Geschmack der Weine des Alterthums haben wir selbst-verständlich keine genauen Anhaltspunkte.

Wenn indess Homer den Wein seiner Zeit ein göttliches Getränkgenannt, Archestratus den Saft der Trauben wegen dessen herrlichenDuftes gepriesen und Hermippus von dem saprischen Weine sagt, erfülle beim Oeffnen des Kruges das Haus mit dem Wohlgeruche desNec-tars und der Ambrosia, der Veilchen, llyacinthen und Rosen, so könnenwir bei aller Vorzüglichkeit unserer jetzigen Weine doch keinen Fort-schritt in der Weise feststellen, dass es uns jetzt gelänge, ein besseresGetränk zu erzeugen, als solches vor Tausenden von Jahren darge-stellt wurde.

Bei der Weltausstellung in Wien wurden bekanntlich Fortschritts-und Verdienstmedaillen ertheilt. Die Preisrichter haben nun fast ein-stimmig beschlossen, dass, wenn, wie im Statut bestimmt war, hei Er-theilung der ersteren ein Fortschritt nachweisbar sein soll, für WeineFortschrittsmedaillen nicht ertheilt werden können, weil bei der Prü-fung der Weine ein solcher Fortschritt nicht nachgewiesen werden kann.Erst nachdem die Fortschrittsmedaille als erste und die Verdienstmedailleals zweite Auszeichnung ohne Rücksicht auf den Fortschritt erklärtwurden, waren die Preisrichter bereit, beide Medaillen zu ertheilen.Auch dies beweist, dass es unmöglich ist, an einem gegebenen Weinden Fortschritt gegen früher nachzuweisen.

Unter sehr günstigen Boden- und Witterungsverhältnissen erhältman sehr gute Trauben fast unerachtet jeder Misshandlung des Reb-stocks. Die Darstellung des Weines aus Traubensaft ist so ausseror-dentlich einfach, dass unter günstigen Verhältnissen fast ohne jede Kennt-niss aus dem Saft guter Trauben auch ein guter Wein erhalten werdenkann. So erklärt sich denn auch, dass man schon vor Tausenden vonJahren vorzüglichen Wein erhielt und dass man noch heute bei Wein-producenten, die im Bau der Reben und bei der Behandlung des Wei-nes in allerursprünglichster Weise verfahren, doch guten Wein fin-den kann.

Die grossen Erträge und die vorzüglichen Eigenschaften des Pro-ductes sind aber von dem Zusammenwirken günstiger Verhältnisse ab-hängig, und wenn wir einen Fortschritt suchen wollen, so werden wirihn vorzugsweise nur darin finden, dass man mehr und mehr die Kräftekennen lernt, welche' auf das Gedeihen der Trauben und auf die Ent-wickelung des Weines einwirken, um die günstigen Einwirkungen zufördern und richtig zu benützen und die schädlichen abzuhalten oderzu vermindern.