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Gruppe III. Chemische Industrie.
stofFs nicht entrathen konnte, bis sämmtlicher Sauerstoff in der Kammeraufgezehrt war, alsdann musste sie aber ihr Wachsthum einstellen.Genau übereinstimmend mit dieser Annahme wuchsen die Hefezellen(bei einer Temperatur von 13 bis 14° C., bei höherer Temperatur voll-zieht sich der Vorgang schneller) 2 Tage, dann stand das Wachsthumstill, nach 5 bis 6 Tagen welkten sie sichtbar ab und waren nach14 Tagen todt. Dass eine kräftige Gährung eingetreten war, konutedaran erkannt werden, dass beim Oeffnen der Kammern ein lebhafterStrom von Kohlensäure entwich und dass stets ein starker activer Gas-druck in der Kammer vorhanden war x ).
Brefeld folgert aus diesen Versuchen, welche er in den verschie-densten Richtungenvariirte, dass es der Mangel an Sauerstoff ge-wesen sei, welcher das Wachsthum der Hefe gehindert habe,und dass Pasteur’s Annahme, dass die Hefe, im Gegensatz zuallen lebenden Organismen, von dem gebundenen Sauerstoffdes Zuckers, welchen letzten sie zu diesem Zwecke spalte,leben und wachsen könne, vollkommen irrig sei.
Nebensächlich mag hier" anschliessend noch bemerkt werden, dassBrefeld Pilze der verschiedensten Gruppen auf ihr Vermögen, denSauerstoff aus so grosser Verdünnung, wie es die Hefe nach Brefeld’sAnnahmen vermag, aufzunehmen und mit demselben zu wachsen, prüfte,und dass sich nur ein einziger Schimmelpilz, der als Gährungserregeroben bereits erwähnte Mucor racemosus, mit der Hefe in derEnergie der Sauerstoffanziehung vergleichen liess.
Der zweite Theil der Brefeld’sehen Untersuchung beschäftigtsich mit der Frage: Ist es die nicht wachsende Hefe, welche
Gährung erregt, oder wird auch beim Wachsthum der HefeGährung erregt?
Um diese Frage zu entscheiden, wurde eine möglichst sauerstoff-freie (10 p. C.) Zuckerlösung in einem 31 fassenden Kolben unter mög-lichstem Abschluss der Luft mit 18g Hefe versetzt. Die Hefe mit ihremgrossen Sauerstoffanziehungsvermögen musste sehr bald das Gährungs-medium sauerstofffrei machen, damit aufhören zu wachsen, und eskonnte sodann entschieden werden, ob sie in diesem Zustande Gährungerregen könne oder nicht. Das Resultat war das Eintreten einer leb-haften Gährung, welche circa 3 Wochen dauerte, ohne dass die Hefewuchs und sich vermehrte. Nach Beendigung der Gährung lebte dieHefe, trotz der enormen Arbeitsleistung, zum grössten Theil, aber sie warin ihrer Lebenskraft bereits bedeutend abgeschwächt, in neuer Zucker-lösung konnte sie jedoch wiederum Gährung erregen und so fort bis
1 ) Dass solche Verhältnisse für die Entwickelung der Hefe als nicht nor-mal bezeichnet werden können, wenn man die Beweiskraft der Brefeld’sclienVersuche abschwächen will, wird w. u. gezeigt.