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Gruppe III. Chemische Industrie.
stoffbedarf der Hefepflanze zu decken, als weniger geeignet erwiesensich Kreatin und Kreatinin.
Für Ammoniumsalze, und zwar nicht allein für organische 1 )Ammoniumsalze, wurde von A. May er der stricte experimentelle Nach-weis geführt, dass durch dieselben die Stickstoffzufuhr bewirkt werdenkönne, so dass es als feststehend zu betrachten ist, dass der Hefepilzdie ihn eonstituirenden Proteinstoffe aus dem Zucker und auseinem stickstoffhaltigen unorganischen Stoffe— dem Ammo-niak — unter Mitwirkung der obengenannten vier Mineral-stoffe zu erzeugen vermag. Von welchem Interesse diese Beob-achtung für die Physiologie der Pflanze ist, braucht kaumhervorgehohenzu werden, da man die Bildung vonEiweisssubstanzen bisher für eine aus-schliessliche Eigenschaft der chlorophyllführenden Pflanzen unterdem Einfluss der Beleuchtung hielt; man kann aus obiger Beobachtungfolgern, dass die Eiweissbildung nicht nothwendig an die grüne Zellegebunden ist.
Es darf jedoch nicht unterlassen werden, hier anzuführen, dassHefewachsthum und Gährung zwar bei Ammoniumsalzen, als alleinigemstickstoffhaltigen Nahrungsmittel, eintrat, aber immer mit sehr gerin-ger Intensität, und dass es bisher noch in keinem einzigen Falle ge-lungen ist, eine Zuckerlösung unter solchen Verhältnissen vollständigzu vergähren 2 ).
Von weitgehendem Interesse ist ferner die Beobachtung von A.Mayer, dass die Hefe salpetersaure Salze an Stelle der Ammon-salze zur Bildung von Ei weissstoffen nicht zu verwenden vermöge,dass also die Salpetersäure, das hauptsächliche Nahrungsmittel der hö-heren Pflanzen, den Hefepilz nicht zu ernähren vermag. Man könnteversucht sein, aus diesem Verhalten der Hefe zu folgern, dass im All-gemeinen die chlorophyllfreie Pflanze zwar aus Ammoniumsalzen undZucker Eiweissstoffe bilden könne, nicht aber aus den Sauerstoffver-bindungen des Stickstoffs, welche nur durch die Reduetionsvorgänge,die sich unter dem Einfluss der Beleuchtung in den grünen Organenvollziehen, in dieser Richtung verarbeitet werden könnten 3 ).
!) Die bezüglichen Versuche waren von Pasteur mit weinsaurem Am-monium ausgeführt und später von Duclaux (Compt. rend. LIX, 450) mitdemselben Salze wiederholt, die Eiweisssubstanz der Hefe brauchte daher nichtnothwendig nur aus Zucker und Ammoniumsalzen entstanden zu sein, son-dern es konnte der Kohlenstoffgehalt derselben von der "Weinsäure herstam-men. 2 ) Diesem Umstande ist es zuzuschreiben, dass Ammoniumsalze bei derKunsthefenbereitung als Ersatz der eiweissartigen Nahrungsmittel der Hefenoch nicht mit Erfolg verwendet werden. s ) Eine dieser Verallgemeinerungentgegenstehende Angabe finde ich in Mayer’s Gährungschemie, 114, woangeführt wird, dass Schimmelpilze auf Flüssigkeiten, welche von Stickstoff-verbindungen nur salpetersaure Salze enthalten, üppig gedeihen. Es ist mu-mm allerdings nicht bekannt, ob bei diesen Versuchen die Bedingungen derart