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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Rübenzuckerfabrikation.

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Scheidung und Saturation ganz oder grösstentheils in einer Arbeit ver-einigt sind. Die Verarbeitung und Ausnutzung der bei der älteren oderneueren Arbeitsweise erhaltenen schlammartigen Ausscheidungen unddie bei dieser Arbeit angewendeten neueren Methoden haben wir dannnoch besonders zu erwähnen.

Bei der älteren Scbeidungsmetbode wird zu dem auf eine bestimmteTemperatur erwärmten Scbeidesaft eine zwischen 1 / 2 und 1 p. C. be-tragende Menge Kalk in solcher Weise zugesetzt, dass die durch denKalk sich aus dem Safte ausscheidenden Niederschläge eine dichte Deckeüber dem Saft bilden, unter welcher sich der klare Saft mittelst einesHebers abziehen lässt. Je mehr Kalk man anwenden kann und je voll-ständiger die Trennung von Schlamm und Saft vor sich geht, destobesser ist die Scheidung. Aus dem Schlamm wird weiterhin der darinenthaltene Saft noch möglichst ahgepresst und der vereinigte geschie-dene und klare Saft durch Kohlensäure entkalkt oder saturirt. DiesesVerfahren wird in wenig veränderter Weise namentlich in Fabrikenmit anderem als Diffusionsverfahren ausgeführt; die mechanischen Vor-richtungen allein, besonders die zur Herstellung der Kalkmilch dienen-den, haben Verbesserungen und Vervollkommnungen gefunden, wobeiwir einstweilen die Verarbeitung des Schlammes unberücksichtigt lassen.

Die neueren Verfahren zur Anwendung von Kalk und Kohlensäurelassen sich unterscheiden als Methode der doppelten Saturationund der Schlammsaturation. Ersteres rührt von Perier-Possozher r ) und besteht im Wesentlichen in einer Theilung des Kalkzusatzesund in einer solchen der Kohlensäuresaturation in mehrere Theile.Dadurch sollte eine stärkere Kalkanwendung ermöglicht und so einebedeutendere Reinigung der Säfte bewirkt werden. Die sichtbare Wir-kung dieses Verfahrens im Vergleich zu dem älteren einfacheren bestehtin einer sehr bemerklich helleren Farbe des Saftes, auf welche mandann eine Verminderung der Filtration gründen wollte. Der Entfär-bung entsprach aber nicht zugleich eine höhere Reinigung und dieFiltration konnte daher ohne Benachtheiligung der Saftreinheit nichteingeschränkt werden. Als ein Hauptverdienst dieses Verfahrens istes aber zu bezeichnen, dass dasselbe den Anlass zur Entstehung man-cher anderer und zur näheren Prüfung der Scheidung und Saturationüberhaupt gegeben hat. In veränderter Gestalt, namentlich in Com-bination mit dem folgenden, i^t das Verfahren gegenwärtig in Frank-reich in Anwendung, während das ursprüngliche fast in Vergessenheitgerathen ist.

Die wesentliche Eigentümlichkeit des zweiten hier zu erwähnen-den, nämlich des Jelineksehen Verfahrens besteht in der Vereinigung

] ) Perier-Possoz, Dingl. pol. J. CLVIII, 145; CLXIV, 388; Chem. Cen-tralbl. 1862, 511.