Stärkemehl - Industrie. 171
Mit Berücksichtigung des 85 p. 0. betragenden Wasser Verlustesbei 110° C. liess sich die Zusammensetzung wie folgt angeben:
Wasser . .
Asche
Holzfaser .
Eiweiss .
Kohlehydrate
Die Asche bestand vorwiegend aus leicht löslichen Kalisalzen undphosphorsaurem Kalk.
Auch Fittbogen 1 ) veröffentlichte die Resultate einer Unter-suchung von Rückständen aus einer Kartoffelstärkefabrik.
Die Rückstände werden meistens theils roh, theils gedämpft ver-füttert 2 ), doch hat man auch anderweitige Verwendungen derselben an-gestrebt, so z. B. als Material für die Fabrikation von Papier 3 ).
Der bei der Weizenstärkefabrikation als Nebenproduct abfallendeKleber, den man bis dahin meistens versucht hat als Nahrungsmittelfür Menschen (Kleberbrod etc.) oder Thiere zu verwenden, wird nachGrintl 4 ) in neuerer Zeit auch unter dem Namen Lucin als Surrogatfür Albumin in der Zeugdruckerei mit gutem Erfolge benutzt.
Das aus Weizenstärkefabriken abfliessende Wasser, welches fürdie Nachbarschaft so oft Anlass zu Beschwerden liefert, oft sogar dasSchliessen von Fabriken zur Folge hatte, ist von H. Vohl 5 ) untersuchtworden. Er fand darin ausser Ammoniak noch die flüchtigen BasenAethyl-, Triäthyl- und Propylamin, ferner: Essigsäure, Propionsäure,
Buttersäure, Valeriansäure, Capronsäure, Benzoesäure, Milchsäure, Bern-steinsäure, Oxalsäure, sowie geringe Mengen von Ameisensäure. Esenthielt ausserdem Leucin (kein Tyrosin), in Fäulniss begriffenen lös-lich gewordenen Kleber, Schwefelwasserstoff, Kohlensäure, Phosphor-säure etc., sowie Alkalien und alkalische Erden.
Um den üblen Geruch des abfliessenden Wassers zu beseitigen,und die fernere Zersetzung des Klebers zu verhüten, versetzte der Ver-fasser dasselbe mit Kalkmilch im Ueberschuss, wodurch ein sich raschabsetzender Niederschlag entstand, während das klare überstehendeWasser seine üblen Eigenschaften verlor und abgeleitet werden konnteohne fernere Unannehmlichkeiten zu zeigen. 1001 des Fabrikwassersgaben 4 Kg lufttrocknen Kalkniederschlag, der 11'7 p. C. Phosphorsäureund 0'46 p. C. Stickstoff enthielt.
J ) Fittbogen, Ann. d. Landwirthscli. 1872, XII, 290. 2 ) Stenogr.
Bericht d. Vereins d. Stärkefabrikanten Deutschlands 1873, 26. 3 ) Eben-daselbst 1873, 39. 4 ) Gintl, Dingl. pol. J. CCXIV, 225. B ) Vohl, Dingl.
pol. J. CLXXXII, 325.
88-5 p.C.
0- 7 „
0-6 „
1 - 2 „
9-0 „
100-0 p.C.