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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Durch fortgesetzte Ausscheidung von Zellensubstanz und Einlagerungderselben zwischen die Molecule der bereits gebildeten Zellhaut wirddann Wachsthum und Verdickung derselben bedingt. Es verdientdieser Vorgang besondere Beachtung, weil für die richtige Auffassungmehrerer später zu erwähnender Erscheinungen die Thatsache vonWichtigkeit ist, dass die Verdickung der Zellwand nicht durch Anlage-rung, wie man dieses früher angenommen, sondern durch Intussuscep-tion bewirkt wird.

Indem sich die Cellulose unter allen Umständen in Gegenwart vonWasser ausscheidet, verbleibt sie im lebenden Organismus von Wasserdurchdrungen in einem gleichsam hydratischen oder colloidalen, demder thierischen Membran ähnlichen Zustande, welcher die Durchdring-barkeit für die protoplasmatischen sowie für andere wässerige Flüssig-keiten und so überhaupt die Lehensthätigkeit der Pflanzen bedingt.

Obgleich nun in der ersten Entwickelungsstufe die Pflanzenzelleaus reiner und anscheinend homogener Cellulose besteht, so macht sichschon bald mit der fortschreitenden Entwickelung der Pflanze undder damit in Zusammenhang stehenden Differenzirung der Gewebe-systeme in einzelnen Partien zunächst eine Verdickung der Zellenwan-dungen bemerklich und gleichzeitig damit entwickelt sich in den letz-teren eine concentrische Structur oder Schichtung. Diese durch optischeMittel leicht erkennbare Veränderung beruht einfach auf dem schichten-weise verschiedenen Wassergehalt oder der Verdichtung der Cellulose.

Man kann aus dieser Erscheinung mit ziemlicher Sicherheit sehlies-sen, dass die Cellulose in verschiedenen Hydratzuständen auftritt.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass mit diesem verschiedenartigenWassergehalte dieser Verdichtung gewisse subtile Verschiedenheiten imZusammenhang stehen, welche die an und für sich reine Cellulose vonverschiedenem Alter und Ursprung zeigt 1 ), und es scheint in dieserBeziehung die Cellulose einige Aehnlichkeit mit den verschiedenen Mo-dificationen der Kieselsäure zu haben.

Inerustirung der Zellenmembran. Während nun im Laufeder weiteren Entwickelung der Pflanze die Zellenmembran gewisserGewebeelemente ihre ursprüngliche Zusammensetzung beibehält und indem eben geschilderten Zustande verbleibt, treten in anderen sehr be-merkenswerthe chemische Metamorphosen der Zellensubstanz auf, unddie hierdurch bedingten Veränderungen der so afficirten Gewebeele-mente sind sowohl für die Pflanzenphysiologie als auch für die Technikhöchst bedeutungsvoll.

Die hierher gehörigen Erscheinungen lassen sich unter den allge-

*) Verschiedener Grad von Löslichkeit in Alkalien und mehr oder weni-ger leichte Umwandlung in Glucose durch Kochen mit Salzsäure u. dergl.