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Deutsche Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, mit besonderer Rücksichtnahme auf Zürich und die Ostschweiz
Entstehung
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drei, ja vier Wörter so zusammengesetzt sind, dass darausein Hauptwort gebildet wird.

Auf solche Weise formirte Personennamen, wie z. B.Traugott, Fürchtegott, Lebreclit, Gottlieb, Gotthilf findenals Taufnamen noch heute vielfache Verwendung und sindzum Theil ebenfalls Familiennamen geworden. In der altenpommerschen Adelsfamilie von dem Borne führt seit alterZeit bis auf den heutigen Tag jeder männliche Geschlechts-genosse als letzten Taufnamen den Satznamen Kreuzwende-dich (also z. B. Carl Gotthelf Kreutzwendedich von demBorne auf Schlossgut Neuwedel), welcher nach Iieintze ur-sprünglich denjenigen Neugeborenen gegeben wurde, derenGeschwister weggestorben waren.

Friedrich Becker führt aus Italien und Frankreich schonzum 10.13. Jahrhundert Beispiele von Verwendung solcherSatznamen als Uebernainen an.

Im deutschen Sprachgebiete treten diese Wortbildungennamentlich in der volksthümlichen Litteratur des 15. und16. Jahrhunderts zuerst auf. Iieintze citirt aus dem 15.Jahrhundert Stellen wieDas Blümlein Vergissmeinnicht,das Kraut Denkanmich und aus Brant, Fischart, Rollen-hagen etc. zahlreiche Personennamen wieFülldenmag, Schmier-wanst, Reckdendegen, Streichdenbart u. s. w. Auch dieschweizerischen Dramatiker des 16. Jahrhunderts wendensolche mit Vorliebe an, wie die Niklaus Manuel, Funkelinund Plans von Rüte entnommenen Namen : Dechant Seba-stian Schinddenburen, Hauptmann Jakob Grifsan, BauerJeckli Zettmist, Doctor Lüpold Schücbniit, Elsli Tragden-knaben, Pauli Wattimtauw, Bartolome Kratzzammen, PubliusTrügfest, Kaufmann Stellaufgewinn, Henker Knüpfauf, Ruinuf(Räume auf), Leerdenbecher und viele andere beweisen.In der nordöstlichen Schweiz weist zwar schon das 14. Jahr-hundert viele solcher Namen auf 5 doch sind namentlich dieersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts besonders fruchtbarin der Hervorbringung derartiger Compositionen gewesen,mit welchen der Volkshumor und die Redegewandtheit raschIndividuen in ihren guten oder unrühmlichen Eigenschaften,hauptsächlich aber in ihren Schwächen und Untugenden zu