III. Theil.
Die von Handwerk und Hantirung, Ge-werbe, Beruf, Stand, Amt und Würdeentlehnten Familiennamen.
Dass in der Zeit, wo der blosse Personenname unzu-reichend geworden war, um das Individuum zu bezeichnen,und desshalb ein Beiname herbeigezogen werden musste,zu Handwerk und Gewerbe, das Einer betrieb, zu Amt undWürde, womit Einer bekleidet war, gegriffen wurde, warsehr naheliegend. Können wir ja heute noch — wo dochihr Familienname einer Sippe schon einige hundert Jahrefest anhaftet — beobachten, wie in der zürcherischen Land-schaft die Einwohnerschaft eines Dorfes, voraus dieKinderwclt,den Knaben Gottlieb des Pfarrers Müller nicht Gottlieb Müller,sondern Gottlieb Pfarrer, den Sohn Heinrich des NagelschmidsSchwarz statt Heinrich Schwarz Heinrich Nagler und dasTöchterlein Marie des Dorfwächters Albrecht nicht MarieAlbrecht, sondern Marie Wächter nennt, weil die Hantirung,welche man diese Dorfgenossen täglich treiben, oder dasAmt, in welchem man sie täglich functioniren' sieht, derWahrnehmung sich viel eher aufdrängt und mit dem Bilde,das man sich von ihnen macht, viel eher verwächst, alsder heute vielfach ganz zufällig erscheinende Familienname,zumal wenn z. B. der Familienname Schwarz auf das blond-köpfige Geschlecht, das ihn vielleicht heute führt, gar nichtmehr zu passen scheint.
Wie für unsre oberdeutschen Gaue, trifft diese Beob-achtung übrigens auch für die niederdeutschen Gegendennoch heute zu. In Fritz Reuters „Reis nah Belligen“ wird