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erfassen und treffend zu cliaraktcrisiren verstand. „Meistwitzig“ — sagt Friedrich Becker — „stets mehr oder min-der derb und roh, fassen diese Namen irgend ein charakte-ristisches Merkmal des Trägers heraus und heften es ihmin keck komischer Weise an, wie die Buben dem Kame-raden einen Papierzopf.“
Kaum weht uns aus irgend welchen andern Kategorienvon Familiennamen so frisch die Luft alter und zwar viel-bewegter Zeit an, wie aus diesen ebenfalls zu Familiennamengewordenen Satznamen, in welchen die ganze Lebenslustund das üppige Treiben der Bauernkirchweih, der Schwankund das Trinkgelage der Zunftstube, die Raubsucht undBeutegier, die Rauflust und Todesverachtung der Lands-knechtschaar u. s. w. greifbare Gestalt angenommen haben.
Von den zahlreichen, durch Vilmar, Becker und Heintzegesammelten Namen dieser Gattung mag hier eine kleineBlumenlese mitgetheilt werden, an welche sich Proben un-seres bezüglichen schweizerischen „Eigengewächses“ an-schliessen mögen.
Bleibtreu, Trinhaus, Hassenpflug (ursprünglich Hassden Pflug •, ein Bauer, der des Pfluges überdrüssig geworden),Hassenkrug (= hass den Krug, ein Wirthshausfeind), Hasse-sang, Wagenhals, 1 Vaghals (= wage den Hals), Wieswell(= wie es wolle, geh’ es wie es wolle), Haltanfderlleide(Name für den auf Vorüberziehende lauernden Schnapphahn),Fleugimtanz (flotter Tänzer), Griepentrog (niederdeutsch= greif in den Trog), Bleibimhaus, Iiauenschild, Hau-schild, Hauenhut, Klubeschedel (= klöbe oder spalte denSchädel), Schiittespeer (englisch Shakespeare), Zuckseisen,Raufseisen, Eylaufdiestrass, Eilinvelt, Fürdenschild, Füll-sack, Fürnhelm, Fürnzug, Fürdenspitz, Fürnkrieg, Greif-drauf, Hawinpoden, Haberecht, Hebdenstreit- oder Heben-streit (Hebstrid schon im Zürcher Steuerbuch von 1357= der den Streit anhebt), Luginsland, Ranmensack (räumeden Sack aus), Raumensattel, Raumsglas, Raumschüssel,Raumtaschen, Ruckenriegel, Scheuchenwagen, Schlagintweit,Schreckenwirt, Schüttenhelm, Springinrink, Springinklee,Springinslaut, Suchennagel, Trittherfür, Tumernicht, Wags-