wandert, nach der Herkunft aus diesen Ortschaften geheissenworden sind. Mit der immer lebhafter werdenden Bewegung'und Freizügigkeit unter der Bevölkerung werden diese vondem verlassenen frühem Wohn- oder Heimathorte entlehntenFamiliennamen immer häufiger zu Stadt und Land undwachsen im 14. und 15. Jahrhundert zu einer gewaltiggrossen Klasse der Familiennamen an. Zu den ältestenNamen dieser Art — von bestimmten Ortschaften entlehnt —,die uns in der Stadt Zürich begegnen, gehören ausser denzwei schon Erwähnten die Namen der Familien von Stadel -hofen, von Lunchunft (wahrscheinlich = Bunkhofen), vonllottingen, von Borsikon, von Tiibelndorf, von Naglikonu. s. w., alle schon im 12. oder in der ersten Hälfte des13. Jahrhunderts auftretend.
Auch diejenigen Namen tauchen nach und nach auf,welche zwar ebenfalls die Herkunft eines Zugewandertenangeben, aber diesen nicht nach seinem speciellen frühemHeimathorte bezeichnen, sondern allgemein nach dem Volks-stamme, der sein lleimathland bewohnt und dem auch erangehört, also Namen wie Schivab, Thüring, Pollack, Bayer,Frank, Hess u. s. w.
Sehr häufig sind unter der ländlichen Bevölkerung —.späterhin, Hank der immer reichlicher den Städten zu-strömenden Einwanderung, auch unter dem städtischen Publi-kum — diejenigen Familiennamen, welche nicht im engernSinne der Name einer bestimmten grossem oder kleinemOrtschaft sind, wie er uns — in der Ostschweiz schon vom8. und 9. Jahrhundert an — auch in den Urkunden ent-gegentritt, sondern welche nur allgemein der topographischenund orographischen Lage des Gehöftes oder der Heimstätteentlehnt sind, wo ein Geschlecht seinen ursprünglichen Wohn-sitz hatte. Es sind damit die Namen wie von der Ja, Ab-derhalden, Abegg, Ambülil, Amrein, Ausderau, Imfeld,Vordermann und Hintermann (der vorne und der hintenim Thal oder in der Strasse Wohnende), Zumsteg, Zumstein,zu Rhein, Fortdran (ursprünglich wohl Vorndran), Gägauf(Gächauf, der am steilen Aufstieg Wohnende) u. s. w. ge-meint. Obwohl diese Namen mit der ursprünglichen Heim-