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Sigbert Sigo. In vielen Fällen indessen wurde die zweiteSilbe nicht ganz abgeworfen, sondern ihr Anfangsconsonantbeibehalten. Auf solche Weise entstanden zum Exempel ausden Namen Ratpoto, Sigibert und Thietmar die Schmeichel-formen Ratpo (Rappo), Sigbo (Sibo), Thiemo. Wir haben obenschon im Jahre 741 den Grafen Pebo kennen gelernt; ineiner Urkunde der Zürcher Fraumünsterabtei vom October904 treffen wir nun neben den Vollnamen Thieperga, Pur-chard, Perecker, Manigolt, Vuipreht, Helmirihc, Thietiricschon die gekürzten Schmeichelformen Immo, Francbo, Ezilo,Kerlo. Eingestreut in die Menge acht deutscher Personen-namen finden sich vereinzelt auch einige fremden Sprachenentlehnte Namen; so haben wir oben den Namen Beatagetroffen; Gallus kommt im Gebiete des Klosters St. Gallennicht selten vor; von aus der Bibel geschöpften Namen er-scheinen in unsern Gegenden z. B. die griechischen Per-sonennamen: Andreas (der Mannhafte), Alexander (der
Männerabwehrende), Petrus (Fels), Philippus (Rossfreund),dann die hebräischen Daniel (mein Richter ist Gott), David(geliebt), Salomo (der Friedliche) u. a. m.
So ungefähr waren und blieben im Umkreise der heu-tigen nordöstlichen Schweiz die Verhältnisse der Namen-gebung bis etwa in die erste Hälfte des zwölften Jahr-hunderts.
Inzwischen aber waren mit den Lebensverhältnissendes Volkes bedeutende Veränderungen vorgegangen. Dieanfangs spärlich über das Land verbreitete Bevölkerung hattesich erheblich vermehrt; Städte in ziemlich grosser Zahlwaren theils gegründet worden, tlieils, wie Zürich, aus ver-schiedenartigen Bestandteilen zusammengewachsen; in undmit den Städten mit ihren Märkten entwickelten sich Handelund Verkehr und diese brachten den Bewohner der einenStadt mit dem der andern, den Städter mit dem Landmannin fortwährende Berührung und Beziehung; Handel undVerkehr machten viel häufiger als früher die Ausstellungvon Urkunden und Verträgen nöthig, in denen einzelne Indi-viduen möglichst genau zu bezeichnen waren; die Kreuz-züge und viele andere Kriege warfen die Menschen durch