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Deutsche Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, mit besonderer Rücksichtnahme auf Zürich und die Ostschweiz
Entstehung
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Albert lleintzc in seinenDeutschen Familiennamen

waren auch die Namen der germanischen Frauen; sietrugen das gleiche Gepräge wie die Benennungen der Männerund schliessen sich diesen enge an. Es finden sich wohlNamen, die mit lieb zusammengesetzt sind: Liubgard, mitbil (sanft): Bilitrud, mit flat (schön): Albofledis (Elfenschön)

aber sie sind mehr vereinzelt in der Menge. Dagegenkommt nach andern Seiten hin das eigenthümlich Weiblichezu entschiedenem Ausdruck. So in den auf R a t h hinzielen-den Namen. Wie sehr Frauenrath bei den Germanen geehrtund beachtet wurde, beweist die Sitte, dass man erst dannin den Kampf gieng, wenn die Weiber durch Loos oderWeissagung erklärt hatten, dass eine Schlacht rathsam sei.Man glaubte eben in Priesterinnen und andern geistig her-vorragenden Frauen eine geheimnissvolle, weissagerischeKraft. Daher nun, abgesehen von den Zusammensetzungenmit Rath, die zahlreichen Namen, die von dem Worte run(Geheimniss, Zauber) gebildet sind: Runhild, Friderun (Frie-denszauberin), Sigirun (Siegzauberin). Das Schaffen desWeibes im geschlossenen häuslichen Kreise heben die Namenauf gard hervor, wie Adalgard, Irmingard; das Bergen(schützen, bewahren) die auf birga, berga und bürg, diesämmtlich weiblich sind: Amalabirga, Dietberga, Sigiburg,Waltburgis. Fassen wir die germanische Namengebung alsGanzes ins Auge, so nennt der schon citirte Ideintze siesicherlich mit allem Rechteine hochgemuthe, ideale, poe-tische, in der uns nichts Unedles stört. Kampf und Siegtönen allerorts aus ihr entgegen mit hellem Waffenklang;daran schliesst sich der kluge Rath und das ruhmvolle Wal-ten nicht ohne den Aufblick zu den sieg- und segen-spendenden Göttern. Sie ist einheitlich, wie aus einemGeist und Guss, gleich dem Germanenvolke selber, das eineinheitliches an Abstammung und Aussehen war, ein eigenes,reines, nur sich selbst ähnliches Geschlecht. Das Helden-hafte, Kühne, Gewaltige, Hohe finden wir in dieser Namen-welt ausgeprägt; das Liebliche, Sanfte, Milde tritt zurück,selbst in den weiblichen Namen.

Da wir es in der vorliegenden Arbeit doch zunächst