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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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berlebenden konnten 5 , verwundet und verstümmelt, durchdie Gärten entkommen ; die andern wurden gefangen abge-führt und mussten losgekauft werden. Nach vollbrachterBlutthat ging es an die regelrechte Plünderung des Hauses,wovon kaum mehr als die Mauern übrigblieben. Nägel, Ei-senwerk, Bleiröhren wurden ausgerissen und verkauft. DieKasse war natürlich zu allererst geplündert worden, es musstedas Lösegeld für die Gefangenen bezahlt werden : die Kar-thause war auf lange Zeit ruinirt.

Mühsam erhob sie sich aus ihren Trümmern, als im Okto-ber 1607 Mgr Cuijck, der Bischof von Roermond, sie be-suchte. Als grosser Bewunderer des Dionysius 1 2 , Hess er denAltar der allerseligsten Jungfrau, auf welchem der Kar-thäuser gewöhnlich celebrirt hatte, wiederherstellen undweihte ihn unter Anrufung des hl. Dionysius des Areopa-giten, zur Erinnerung an dessen treuen Schüler, DionysiusRyckel. Am 7, Oktober las er dort die hl. Messe, um dieGnade zu erlangen, die Ueberreste des heiligen Ordensman-nes wiederaufzufinden, denn da infolge der Umwälzung derKirchhof erhöht worden und seine ursprüngliche Gestaltverloren war, so hatte man die genaue Stelle seines Grabesvergessen. Zugleich liess er vielfach in derselben Meinungbeten 3 . Um die nämliche Zeit lebte zu Roermond ein alterKarthäuser, Heinrich Kercken, der 5 o Jahre im Orden ver-brachthatte. Voll Verehrung für seinen Mitbruder, bewohnteer dessen Zelle, und wollte auch in seinem Grabe ruhen,dessen Lage er annähernd bezeichnete. Das Grab sollte sich

1 Mgr Heinrich Cuijck, vor seiner Erhebung auf den bischöflichenStuhl Professor zu Löwen, hatte 1578 eine Ausgabe des Cassian Veröf-fentlicht, wobei ihm nach seiner eigenen Erklärung die Paraphrase desDionysius sehrzustatten gekommen ist. Nach dem Urtheile des gelehrtenHerausgebers empfiehlt sich das Werk des Dionysius durch seine auf-fallend genaue Uebereinstimmung mit den alten Manuscripten : « Jamvero quod ad ipsius Cassiani lectionem attinet, eam nos ab infinitis pro-pemodum erroribus ac mendis ex collatione veterum mss. exemplariumetD. Dionysii Carthusiani paraphrastica translatione, quae multis in locismss. codicibus conformis est, vindicavimus. Capitum partitio, quae multisin locis mss. exemplaribus ab excusis diversa est, Dionysianae paraphrasifere consentanea est. » D. J. Cassiani Eremita;, etc., Antverp. 1578.Prtefat.

2 Arnold Havensius, De erectione novorum in Belgio episcopatuum.

Colonia:, 1609. Lib. III, cap. x.