Druckschrift 
Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
Einzelbild herunterladen
 

LITTE RAR ISCHE THAETIGKEITDES DIONYSIUS.

Nachdem wir bereits einen Ueberblick der Werke desDionysius gegeben, erübrigt es uns noch, auf einige Punkteetwas näher einzugehen und den Charakter seiner Schriftenwenigstens in kurzen Zügen zu kennzeichnen.

Zur Vereinfachung unserer Arbeit theilen wir seine Werkein zwei grosse Klassen ein, in Hauptwerke und Gelegenheits-schriften. Die ersteren umfassen seine grosse Arbeit über dasgesammte Gebiet der Scholastik, nämlich über Exegese,Theologie und Ascese. Die andern bestehen aus zahlreichenpolemischen und zum Zwecke der Seelenleitung verfasstenTractaten, welche er auf Verlangen seiner Freunde, oderdurch besondere Umstände veranlasst, geschrieben hat.

Hauptwerke. Sie umfassen, wie gesagt, das gesammte Ge-biet der scholastischen Studien nach mittelalterlicher Auffas-sung 1 , ähnlich wie man es findet in den Werken der grossenGelehrten des i3. Jahrhunderts, eines Albertus Magnus undhl. Thomas. Zur Exegese zählen seine Commentare derganzen heiligen Schrift, von der Genesis bis zur Apocalypse,Job und die Psalmen, vor welchen selbst ein Cornelius aLapide zurückschreckte, nicht ausgeschlossen; zur Theologieseine Arbeit über die Sentenzen und über Boetius, seineSumma fidei, sein Compendium philosophicum und theolo-gicum, das Dialogion de fide catholica und andere besondereAbhandlungen; zur Ascese seine Commentare zum Areopa-giten, zu Cassian und Climacus, endlich seine schönen

i « Alle Gelehrten sehrieben pflichtgemäss Commentare zu dem Sen-tenzenmeister, Postillen über die hl. Schrift, Predigten; die meistenverfassten auch Schulfragen, Controvers-Schriften oder Abhandlungenerbaulichen Inhalts und, wenn sie Canonisten waren, Glossen zu denDecretalen. Diese Werke sind im Allgemeinen nicht herausgegeben. »Hist, litter. de la France, t. XXIV, p. 336.