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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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sie langsam getödtet, öffnete man ihnen den Leib, riss dieEingeweide heraus und stellte ihr Fleisch zum öffentlichenVerkauf aus; zwei wurden, sagt man, in siedendem Wassergekocht und drei an den Spiess gesteckt und im Feuer ge-braten. Der Sakristan, D. Vincenz van Herck, ein ganz lie-benswürdiger junger Mann, wurde mit am meisten misshan-delt. Die Nase und Ohren wurden ihm abgeschnitten, dieLippen gespalten, das Kinn in Form eines Kreuzes zer-schnitten, die Kopfhaut heruntergerissen, und so schleppteman ihn durch die Stadt inmitten einer Bande Geusen,welche,mit priesterlichen Gewändern bekleidet, spottweise kirchlicheGebete herleierten und ihn mit Schlägen überhäuften. Un-terwegs ist eine Freitreppe; man zieht ihn hinauf : « Nun,Mönch, predige uns! » Und er mit seiner gewohnten Ein-falt : « Was wollt ihr, dass ich euch predige, da ihr euch jadoch nicht bekehren wollt? Ich verzeihe euch von ganzemHerzen und bitte Gott inständig für euch um Vergebung;aber um Himmels willen, lasst mich nicht länger leiden ! »Ein Soldat, von Mitleid gerührt, feuerte aus nächster Näheseine Flinte auf ihn ab, und da er noch athmete, hängte manihn an der Klosterpforte der Franziskaner auf. Das warendie Schüler und Nachfolger des Dionysius'. Von den io Ue-

sorgfältig erhaltenen Spuren sind unter einem Kalkanstrich verschwun-den. Unser Freund, Herr Ingold, hat kürzlich zu Swalmen die Reliquiender .Märtyrer untersucht. Sie bestehen aus i 3 Schädeln (mit den Kar-thäusern war auch der Kaplan des Bischofs von Roermond, D. Paul vonWaeltvvck, gemordet worden), 12 unteren Kinnladen und einer gewissenAnzahl anderer Gebeine. Mehrere dieser Schädel zeigen noch deutlicheSpuren von Wunden und Hieben ; besonders bemerkt man einen Sä-belhieb, ein Loch von einer Kugel herrührend, etc. Diese Reliquien wa-ren, wie man allgemein glaubt, von den Karthäusern bei Aufhebungdes Klosters im Jahre 1783 der Familie Cloquet zu Roermond anvertrautworden und wurden durch den Pfarrer Jacob Cloquet nach Swalmenübertragen. Swalmen ist ein Dorf in der Nähe von Roermond, und hattedie Karthause dort einen Hof, noch heutzutage Klosterhof genannt.

1 So haben sich auch die 18 englischen Märtyrer, die 1 53 q ihres Glau-bens willen zu Tode geführt wurden, durch fleissige Lesung der Werkedes heiligen Schriftstellers auf die unschätzbare Gnade des Marterthumsvorbereitet: « Is enim », schrieb der hervorragendste unter ihnen, « adeocorda nostra suis sacratissimis scriptis et documentis sibi allexit, ut eocarere sine gravi molestia minime possimus. Nobis enim sapiunt operaejus melliflua et sanctissima pr« ceteris pene omnibus sacris scriptori-bus,quos hactenus legimus. »Brief des sei. Johannes Houghton an D.Theo-doricli Loer, 23 Jul. 1 533 . Und-er verlangte, dass man ihm von allen er-schienenen Werken je 10 Exemplare, von einigen sogar je 20 schickte.