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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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SEIN KLOSTERLEBEN.

Es war im Jahre 1423, als der junge Magister, mit Kennt-nissen und gutem Willen reichlich ausgestattet, die liebeEinsamkeit wiederaufsuchte, wo er den grössten Theil seinesLebens 1 zubringen sollte. Wenn wir einem seiner Biogra-phen 2 Glauben schenken können, tauschte er seinen Vorna-men Heinrich gegen Dionysius um, was nicht ohne tiefeinnere Bedeutung war, sollte er ja durch das unermüdlicheStudium seines heiligen Patrons allmälig einer der glänzend-sten Sterne am Himmel der Mystik werden. Auch liess er,nach damaligem Brauche, den für seine Demuth zu hohen

1 Dionysius fand bei seiner Rükkehr seinen Rathgeber und Freund,D. Albert, der inzwischen Prior von Utrecht geworden war, nicht wieder.Fast alle Geschichtsschreiber nennen in dieser Zeit, — warum, wissenwir nicht, — als Obern der Karthause zu Roermond D. Bartholomäusvon Mastricht, einen damals wohl bekannten Schriftsteller und Theo-logen. Campanini, pag. 8; Dinbani, pag. 33; Tromby, Storia del PalriarcaS. Bruno, Napoli, 1779, t. IX, pag. 55; Weiters, pag. 21; etc. Jedoch istdas ein Irrthum. D. Bartholomäus, Doktor und Professor der Heidelber-ger Universität, wurde 1408 zum Dekan der theologischen Fakultät,zum Rektor 1412-1413, iterum zum Dekan 1414, und 1419-1420 zum Vice-Rektor gewählt. (Töpke, Matrikel der Universität Heidelberg, t. 1, p. 119,120, 146, 147; t. II, p. 36g, 371, 610.) Er trat erst gegen 1440 in den Kar-thäuserorden ein, wurde 1442, fast 20 Jahre nach dem Eintritt unsersDionysius, zum Prior von Roermond ernannt und starb 1446. UeberD. Bartholomäus und seine Werke siehe Morozzi, Theatrum chronolog.0 . Cartus., pag. 82; Possevin, Apparat, sacr.; Fleurv, Hist. Eccles.,t. XXII, liv. CIX, n- 137.

2 Campanini, II dottor estatico, pag. 8. An zwei Stellen pag. 2 und 8,behauptet dieser Schriftsteller, dass Dionysius in der Taufe den NamenHeinrich erhalten habe. In der Matrikel der Universität Köln, i 38 g bisi 55 g, veröffentlicht durch D' Keussen, t. I, p. 183, findet sich jedochfolgende Bemerkung : « Dyon. de Rikele, Leod. d[icecesis] » unter n‘ 6der Intitulati unter dem Rektorate Friedrichs von Dudelendorff. Dem-nach wäre sein Name schon vor seinem Eintritt in den Orden « Diony-sius » gewesen. Beide Namen standen in seiner Familie in gleichemAnsehen, denn die gleichzeitigen Urkunden, welche wir haben einsehenkönnen, geben uns als männliche Vornamen der Van Leeuven nur Jan,Nys (Dionysius) und Hendrick.