SEINE L ITTERARISCH E THAETIGKEIT.
(FORTSETZUNG.)
Gelegenheitsschriften. Mit'diesem Namen bezeichnen wirkleinere Werke, welche er auf Veranlassung seiner Freundeund Correspondenten verfasste, vorzugsweise aber diejeni-gen, zu deren Veröffentlichung ihn die beklagenswerthenVerhältnisse der Kirche seiner Zeit drängten, — Schriften,welche D r Zöckler als social= ethische Werke bezeichnet 1 .Er hat uns selbst erzählt, unter welch ausserordentlichenVorgängen ihm von oben die Anregung zu diesen Werkenzugegangen sei : « Am Feste Mariä Reinigung, » so berichteter, « befand sich ein Bruder (er meint sich selbst) im Choremit den gesammten Klosterangehörigen ; als er dort für dieKirche betete, erblickte er deutlich den Herrn, welcher alsozu ihm sprach : « Warum betest du noch für die Kirche?Sie ist mir fast gänzlich entfremdet, und vom Scheitel bis zuder Fusssohle findet sich kaum eine gesunde Stelle an ihr.So viele Verbrechen sollen unbestraft bleiben ? Lange Zeithindurch habe ich gewartet, öfters gemahnt, scharfe Dro-hungen ausgesprochen ; trotzdem ist man nicht zur Einsichtgekommen; jetzt soll das Leiden sie zur Besonnenheit zu-rückführen. » Weiter nachdenkend erblickte der Bruder dieganze triumphirende Kirche, wie sie zu Füssen der göttlichenMajestät lag und mit heissem Flehen für ihre Schwesterauf Erden Fürbitte einlegte, aber nur folgende Antworterlangen konnte : « Nach dem Masse der von der Kirchegeübten Busse sollen die Uebel, welche sie zu erdrückendrohen, in etwas gelindert werden. » Es war kurz vor 1450 ;Konstantinopel sah sich bedroht, für Rom selbst war manin grosser Besorgniss, da Amurat II in seiner Anmassungerklärte, er werde daselbst in Bälde sein Pferd Hafer fressen
1 Zöckler, loc. cit., pag. 646.