DIONYSIUS ZU HERZOGENBUSCH.
Kaum hatte Dionysius begonnen, die Süssigkeit der Ein-samkeit wieder zu verkosten, als die göttliche Vorsehung ihmeine neue Prüfung schickte. Ein Canonicus von Herzogen-busch 1 * , welcher das ihm von seinen Vorfahren übermachtekleine Besitzthum Gott zu weihen wünschte, bot dieses demheiligmässigen Karthäuser, den er wegen seiner Wissenschaftund Tugend verehrte, zur Errichtung eines neuen Hausesan. Der damalige Ordensgeneral, D. Johann Rosendael, einHolländer, ging mit Freuden auf das Anerbieten des Kano-nikers ein. Karl der Kühne, Herzog von Burgund, dem diesesLand unterworfen war, zeigte sich bei seiner Bewunderungfür Dionysius und seiner freundschaftlichen Gesinnung fürdie Karthäuser gerne bereit, eine Karthause zu Ehren derhl. Sophia von Konstantinopel errichten zu helfen 3 . Die vorkurzem erfolgte Einnahme dieser Stadt hatte in allen christ-lichen Herzen eine schmerzliche Erinnerung zurückge-lassen ; zudem hielt der in der Waffenkunst weit mehr alsin der Hagiographie erfahrene Herzog die heilige Sophia(Sophia, die ewige Weisheit) für eine Jungfrau und Mar-
l Siehe Gerardus Eligius, Annales Cartus. S. Sophice, § x. (Ms. derBibliothek der Karth. N.-D. des Pres. ) Dieser Canonicus hiess Ludolphvan den Waeten. Raissius, Origin. Cartus. Belg., Duaci, i 632 , pag. 128 .Er wurde später Karthäuser.
- Man kann bei Raissius (pag. i 3 i) und bei Tromby (Storia del P.S.Bru-none, t. IX, append. I, n. xxvm) den Libellus supplex des Dionysius anden Herzog lesen und die lakonische Antwort des Letzteren : «Fiat ut pe-titur, in honorem S. Sophise Constantinopolis civitatis. Karl. » Der Stifterwünschte die neue Karthause der hl. Büsserin Maria gewidmet zu sehen,doch der Wunsch des Fürsten gab den Ausschlag. Karl der Kühnewollte bei seiner Zuneigung zu Dionysius der Beschützer des neu zugründenden Hauses werden ; er erlaubte den Karthäusern, das burgun-dische Wappen über dem Portal einhauen zu lassen und versprach ihmnoch fernere Unterstützung, sobald die Zeitverhältnisse es gestattenwürden; aber sein frühzeitiger Tod vereitelte alle seine Versprechungen.
G. Eligius, Annales, § ix.