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soll es ihm, wie Moll glaubt, gelungen sein, sich den Rufeines bedeutenden Redners zu erwerben
Das Gerücht von seinem Tode verbreitete sich schnell inder Stadt und rief eine lebhafte Aufregung hervor; manschickte sich an, den heiligen Ordensmann im Triumphzugezu Grabe zu geleiten; jedoch kamen seine Mitbrüder derBegeisterung des Volkes zuvor, indem sie ihn eiligst aufdem einfachen Klosterkirchhofe beerdigten. Sein Grab wur-de nichtsdestoweniger ein kleiner Wallfahrtsort, und Vieleaus der Umgegend schrieben seiner Fürbitte wunderbareGnadenbezeigungen zu.
Der Protestantismus brachte einen Stillstand in diese Ca-nonisation seitens des Volkes. Der Roermonder Karthausestanden übrigens Prüfungen bevor, wohl geeignet, die öffent-liche Aufmerksamkeit abzulenken. Schon am 16 Juli 1 5 54war sie ein erstes Mal bei der grossen Feuersbrunst, welchedie Stadt in Asche legte, zerstört worden, und kaum erhobsie sich aus ihren Trümmern, als am 23 Juli 1572 die Trup-pen des Prinzen von Oranien über die unglückliche Stadtherfielen. Die Ordensleute waren ganz besonders die Ziel-scheibe des JJasses der Anhänger des reinen Evangeliumsund der Feinde des Besitzthums, ein Vorrecht, welches sieauch heute nicht eingebüsst zu haben scheinen. Demgemässübte die Karthause auf die Geusen eine zweifache Anzie-hungskraft aus, erstens infolge ihres ganz natürlichen Wun-sches, Mönche zu misshandeln, sodann wegen der Hoffnungauf eine reiche Beute, indem der Volksmurid die Karthäuserals ziemlich wohlhabend bezeichnete.
Nichts ist schrecklicher als die Schilderung dieses Ueber-falles, wie Havensius sie uns hinterlassen hat. Von den 22 dortanwesenden Ordensleuten wurden 12 mit raffinirter, schau-dererregender 1 2 Grausamkeit hingemordet. Nachdem man
1 Moll. Joann. Brügman , t. 11 , pag. 71. — Lange Zeit hindurch hatte
Dionysius zu Roermond die Kapitelpredigten zu halten ; daher wahr-scheinlich seine Predigten ad Religiosos. /
2 Arnold Hävens, Prior von Gand. Historica relatio XII Martyr ., etc.Colon., 160S. — Die Religiösen hatten sich in die Kirche geflüchtet, woauch die meisten niedergemacht wurden. Einem von ihnen, D. Severusvon Coblenz, wurde vor dem Altare der allerseligsten Jungfrau derSchädel gespalten, und das Blut spritzte 18 Fuss hoch auf und bedecktedie nahestehende Mauer. Diese glorreichen, mehrere Jahrhunderte lang