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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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Um das Jahr 1459 lebte in den Niederlanden ein berühm-ter Prediger, Namens Johann Brügman. Es war keiner vonden revolutionären Reformatoren, wie sie das xvi. Jahrhun-dert zum Wehe der Kirche hervorgebracht hat; mit seinenZeitgenossen Gerhard Groot, Thomas von Kempen und Dio-nysius beklagte er vielmehr den Verfall der Kirche und suchtemit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln den fast erloschenenGlauben neu zu beleben.Geboren zu Kempen (Diözese Köln),trat er noch jung in den F’ranziskanerorden ein und wurdeLektor der Theologie im Convente zu St. Omer. Von da abdurchzog er zwanzig Jahre lang die Niederlande, überall dasWort Gottes mit solchem Erfolge verkündend, dass sichheute noch nach vier Jahrhunderten das Andenken an seineBeredsamkeit in diesem flämischen Sprüchwort erhalten hat:« Könntest du wie Brügman sprechen E »

Durch Zufall traf er auf seinen apostolischen Wanderun-gen mit unserm Karthäuser zusammen,.dessen Wissen undHeiligkeit ihn in Staunen setzten. Kaum gibt es etwasHerzlicheres, als jener Brief, der einzige, der von ihrenlangjährigen Beziehungen übrig geblieben ist, in welchemDionysius ihm den Traktat De doctrina et regulis viteechristiance widmet. Der Franziscaner ist darin geschildertals ein Mann Gottes, seines Namens in Allem würdig; er

und Art und Weise, den Nächsten zu beurtheiien und zurechtzuweisen.Aber eine grosse Zahl seiner Werke sind, ohne gerade Lösungen vonGewissensfragen zu sein, auf Ansuchen seiner Freunde und Anderer,die mit ihm in brieflichem Verkehr standen, verfasst worden. Die Para-phrase Cassian’s war von den Karthäusern von Lüttich verlangt worden;die Abhandlungen Contra ambitionem (Oper, minor., t. I, pag. 444)von einem « venerandus senex »; De modo agendi processiones ( Ibid.,pag. 5 1 3 V') von einem gewissen « Amandus, valde amandus »; De par-tic. judic. in obilu singulor. (Ibid., pag. 534 V*) von einem Mitbruder; dasDirectorium vita; nobil. (Oper, minor., t. II, pag. 270) von einer « in-clyta domicella »; die Traktate De reformat, claustral. (Ibid., pag. 362)vom Abte eines grossen Klosters; De gaudio spirit. (Ibid., pag. 517) voneinem « Doctor prtedignus » etc. Andere Personen wünschten, ohneeinen besonderen Gegenstand anzugeben, einige Seiten geistlicher Er-'mahnung oder Unterweisung; für letztere wurden die Traktate Contraavaritiam (Oper, minor., t. II, pag. 348 V*), De vita et fine solitär. (Ibid.,pag. 447) etc. geschrieben.

1 Al kost gij praten als Brügman. Weiters, op. cit., pag. 60. Brügmanstarb zu Nymwegen im Jahre 1473, zwei Jahre nach seinem Freunde.Man hat von ihm eine Vita S. Lydwince Schiedamensis und Betrachtungenüber das bittere Leiden , (Hartzheim, Biblioth. Colon., pag. 343.)

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