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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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ist ein achter Johannes, d. i. ein Gefäss der Gnade; einBrückenmann (Brügman), der durch Wort und That dieBrücke erbaut, auf welcher die Seelen über die Fluthen desLebens in das Land des Friedens gelangen sollen. Dionysiusempfiehlt ihm besonders Klugheit und Mässigung in seinemapostolischen Wirken in Anbetracht seiner Gesundheit,welche auf die Dauer unter der Last zusammenbrechenmuss 1 . Wie lobenswerth uns die Absicht des Karthäusersauch erscheinen mag, sein Beispiel war jedenfalls nichtdanach angethan,dem guten Rathe den nöthigen Nachdruckzu verleihen.

Brügman hatte sich von seinem Freunde ein speziell fürihn verfasstes Werk erbeten, das er mit der eingehendstenGenauigkeit beschreibt. In dem ersten Theile, aus der heili-gen Schrift und den Vätern zusammengestellt, sollten diePflichten aller Christen, vom allgemeinen christlichen Stand-punkte aus, dargelegt; im zweiten die Obliegenheiten derEinzelnen, je nach ihren verschiedenen Standespflichten,behandelt werden. Und da dieses Buch Brügman das Mate-rial zu seinen Predigten liefern sollte, bat er seinen Freund,die Pflichten der kirchlichen Prälaten nur kurz zu berühren,da er mit diesen weniger zu thun habe, dagegen auf die desniederen Klerus und des Volkes mehr Gewicht zu legen 2 .Dies ist der Ursprung und der Plan des Traktates De do-ctrina et regulis vitee christiance, « eines Buches, das uns diewichtigsten Gesichtspunkte darbietet für die Kenntniss derKirche jener Zeit, des kirchlichen und religiösen Lebens, fürdie Lage des Volkes und die Ansichten erleuchteter und from-mer Personen über das Wohl und Wehe der Christenheit 3 . »

1 De doctrin. et reg. vitce Christ., praefat. Oper, insignior ., pag. 3.

2 « Is cujus instantia hasc scribuntur, illa dumtaxat petiit tangi, quaesibi in sermocinationibus suis amplius poterunt deservire.» Ibid., lib. II,art. iv. Oper, insignior., pag. 26. Das Werkelten Summa vitiorum acvirtutum ist ähnlichen Inhalts, und scheint für denselben verfasst: « Istascribere quasi compellor, utpote instantissime ad hoc rogatus a viroerudito, religioso ac fervido Ord. S. Francisci, secundum carnem pro-pinquo, atque secundum spiritum multo propinquiori, sperans particepsinveniri fructus labiorum illius, si forte ex isto opusculo potuerit ali-quantulum adjuvari. » Colon., 1520. Praefat.

3 Weiters, pag. 62. — Moll urtheilt wie folgt über dieses Buch : « DiesesBuch war für jene Zeit von unschätzbarem Werthe, und noch heute