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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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fallend war, ist, dass er, obgleich in seiner Karthause einge-schlossen, Botschaften von den Höchstgestellten Europa’serhielt, welche in ihren Zweifeln, Beschwerden und Zwis-tigkeiten, besonders auch in den Streitfragen der Theologieoder in Sachen der kirchlichen Verwaltung und Regierungsich nur nach Roermond zu wenden wussten, um den Dio-nysius gleichwie ein Orakel zu consultiren, der denn auchmeistens damit beschäftigt war, Streitigkeiten, Prozesse undUneinigkeiten der benachbarten Fürsten zu schlichten. Selbstder grosse Kardinal von Cues sah sich genöthigt, den Kar-thäuser über seine Zweifel zu befragen L » Die Berichte derBiographen beweisen, dass dies keine leeren Worte sind, undDionysius selbst musste, trotz all seiner Demuth, seine Be-rühmtheit eingestehen : « Um einfältigen Leuten jede Gele-genheit zu falschen Urtheilen zu entziehen, » sagt er in derVorrede eines kleinen Werkes, « hatte ich mir vorgenommen,meinen Namen zu verheimlichen ; man hat mir aber, undich glaube auch nicht mit Unrecht, bemerkt, dass es nutzloswäre. Jedermann weiss in derThat, dass ich viel geschriebenhabe (non obstante, proh dolor ! imperitia mea, imo et con-versatione nimium defectuosa),und wird deshalb nichts Neueserfahren, wenn ich diesem Werke meinen Namen beifüge 1 2 .»

Unter den Freunden, welche mit Dionysius in brieflichemVerkehr standen, haben wir vor allen zwei zu erwähnen, dieauf die litterarische Thätigkeit des Dionysius besonderenEinfluss hatten : es sind der P. Brügman und der Kardinalvon Cues 3 .

1 « Ce qui rend ce bon Pere singulierement recommendable, estqu’encores qu’il fust renferme dans sa Chartreuse, de toutes parts ilrecevoit messagiers des plus grands de l’Europe, qui, quand ilz se trou-voient surprins de doute, ennuy ou fascherie, principallement quand ils’agissoit des pointz de la theologie ou bien de l’administration et gou-vernement de l’Eglise, ne sqavoient recourir autre part qu’ä Rureraonde,et, comme ä un oracle, s’adresser ä Denis, lequel estoit le plus souventempesche ä pacifier les noises, procez et quereles des princes, ses voi-sins. Ce grand Cardinal de Cusa estoit contrainct, des qu’il doutoit dequelque chose, d’interroger la bouche de son Denis. » Thevet, Pourtraitset ines des homines illustres, Paris, 1534, p. 162 B. Cf. Düx, t. Il, p. 52, note.

2 De partic. judic. in obitu singulor., Prolog. Oper, minor., t. 1, f" 536.

3 Die Kataloge der Werke des Karthäusers erwähnen solutiones dubio-rum sine numero. Sie sind alle verloren gegangen bis auf einen De modojudicandi et corripiendi, enthalten in den Oper, minor., t. II, f’ 379,worin er die Zweifel eines Mitbruders löst bezüglich der Verpflichtung