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um unsern Geist neu zu beleben, ihn mit göttlichen Dingenzu beschäftigen und dadurch die Liebe Gottes in unsermHerzen zu entzünden 1 . » Und was er Andern anempfiehlt,das hatte er immer selbst geübt.
Im Dienste dieser frommen Wissenschaft ist ihm ein Stileigen, welcher oft der Gegenstand des Tadels gewesen, undden alle seine Herausgeber entschuldigen oder vertheidigenzu müssen glaubten. Seine Schreibweise ist in der Thatkeine schwungvolle zu nennen. Sie ist mehr einfach, etwasmatt, jener Lebhaftigkeit und Schärfe bar, welche, bei einemhl. Augustin beispielsweise, den Gedanken hervortreten las-sen und dem Gedächtniss einprägen. Aber so hat er es ge-wollt : « Styli colorem vitare propono 2 ; » nicht gerade ausDemuth, es ist System bei ihm. Er meint, und wohl nichtohne Grund, dass man schreibt, um verstanden zu werden,und dass des Schriftstellers erste Sorge sein soll, klar zu sein.Klarheit aber für ihn ist Einfachheit. « Gott, » sagt er,« hat gewollt, dass die ganze hl. Schrift in einem einfachenund leichten Stile geschrieben, dem Verständniss Aller zu-gänglich wäre, und man hat wohl daran gethan, gewisseschwierigere Schriften der Väter zu übersetzen, denn dieSchwierigkeit des Verständnisses bei dem, was man liest,beeinträchtigt vielfach, ja zerstört häufig den ganzen Nutzen
1 De laude et prceconio solit. vitae, art. xxx. Oper, minor., t. II, fl 441, V”.Unsers Wissens hat '^Niemand beharrlicher die hl. Wissenschaft geför-dert und gelobt. Nächst der Beschauung gibt es kaum einen Gegen-stand, von dem er lieber spricht, und man könnte eine ganze Reihevon Kapiteln anführen, in denen er dieselbe empfiehlt. Für die Klerikerist es eine strenge Pflicht (De vita praesul., art. vii; De vita archidiac.,art. x; De vita curat., art. vm); für die weltlichen Fürsten ist es dieBedingung einer guten Regierung (De regim. princip., lib. I, art. xi; Deregim. politice, art. vii); für die Religiösen die Stütze ihres Berufes (Devita solii., lib. I, art. xxii; De laude et praeconio solit. vitcE, art. xxx);für die jungen Leute die beste Schutzwehr gegen die Stürme des Ju-gendalters (De doctrina Scholar., art. hi, xxiv; Inter Jesum et puerumdialog., 111); für Alle ist es die schönste Zierde der menschlichen Natur,die durch sie den Engeln gleich gemacht wird (De vita solit., lib. I,art. xxii) ; es ist die Thüre zu allen Tugenden (De doctrina Scholar.,art. xxiv); der Weg des Heiles (Ibid., art. 1). Daher ist es auch eine derersten Pflichten der Vorgesetzten, gute Schulen zu gründen (De regim.princip., lib. III, art. iv; De doctrina Scholar., art. xxiv).
2 In Psalmos, Prooemium. Das langjährige Studium des Karthäusersüber die Schriften seines heiligen Patrons hat dazu beigetragen, seinemStil eine sehr merkbare Aehnlichkeit mit dem des Areopagiten zu geben.