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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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len Um=und Abänderungen von dem Original übrig bleibenkonnte 1 .

Das Gebet und das Studium, so viele Zeit er auch daraufverwandte, vermochten nicht die Thätigkeit des Karthäuserszu erschöpfen. In der Zwischenzeit schrieb er, und sicher hatdie Schriftstellerei viele Stunden seines Lebens ausgefüllt.Seine litterarischen Erzeugnisse sind, wenn nicht die be-deutendsten, so doch den bedeutendsten zuzuzählen, die wirbesitzen 2 . An Umfang übertrefien sie die des hl. Augustinusum das Doppelte, und Trithemius, der nicht einmal alle seineWerke kannte, gesteht, dass unter den Lateinern nur wenigemit ihm verglichen werden können 3 4 . Freilich würde dasVerdienst des frommen Autors nur gering sein, wenn dieQualität seiner Schriften nicht im Verhältniss zu ihrerQuantität gewesen wäre.

Zwei Worte charakterisiren seine ganze Schreibweise :Wissen und Frömmigkeit. Vor Allem ist er Theologe undAscet, oder besser gesagt, ein Theologe im Dienste der Ascese.Bereitwillig würde er jenen Satz eines modernen Schrift-stellers unterschrieben haben : « Das Dogma schafft und er-neuert die Völker 1 . » Er strebt viel zu wissen, um viel zulieben, denn er gehört zu jener grossen Familie der Möncheder alten Zeit, für welche « wdssen lieben ist. » «In allenDingen », sagt er zu seinen Mitbrüdern, « muss die hl.Wissenschaft uns als Leitstern dienen, droht doch Gott die-jenigen vom Priesterstande auszustossen, welche das Studiumverschmähen, wie er auch der Wissenschaft vor dem Opferden Vorzug gibt. Das Studium der Philosophie und Theolo-gie bereitet der Seele unaussprechliche Wonne, zerstört inuns was thierisch ist, und macht uns zu Engeln 5 .... Darumgeben wir uns der Lesung und dem Studium hin, nicht zumZeitvertreib und um unser Gedächtniss zu überladen, sondern

1 Hist, litter. de la France, t. XXIV, pag. 325.

2 D r Zöckler, Dionys der Kartäuser, in den Studien und Kritiken vonGotha, 1881, 4“ lieft, pag. 645. — Ellies Du Pin. Nouv. biblioth. des aut.ecc/es., t. XII, pag. io3. — Habets, Het voormaiig Kartui^ers-Kloosler teRoermond, in dem Roermondsche Almanak voor i85g.

3 Oper. cit. — Cf. gleichfalls Moll, Kerkgeschiedenis, part. II, 11, p. 38o.

4 P. Aubry, Essai sur les etudes ecclesiast., Lille, 1890. IP part., p. 685.

5 De vita et fine solitär., lib. I, art. xxn. Oper, minor., t. II, f* 455.