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Wenn man uns fragte, in welcher Sprache Dionysius dieseAutoren las, würden wir ohne Bedenken antworten, dass ersie meistens nur in lateinischer Uebersetzung hat lesen kön-nen, denn er war weder des Arabischen, noch des Hebräischenmächtig, wiewohl es möglich ist, dass er von seinem ProfessorOverbach etwas hebräisch hat lernen können. Die arabischenWörter gibt er schlecht wieder, und wenn er sich an dieEtymologie eines hebräischen Wortes heranwagt, ist er im-mer bedacht, sich durch das bescheidene ut fertur zu decken.Konnte er griechisch ? Die Titel mehrerer seiner Werke,exhelcosis, monopanton, dialogion, enterione, angenommendass sie von ihm herrühren, wie auch die hie und da in seinenCommentaren vorkommenden griechischen Etymologienbeweisen, dass ihm diese Sprache nicht ganz fremd war 1 .Wie es sich aber auch mit seinen Sprachkenntnissen verhal-ten mochte, die Texte der grossen griechischen Autoren sichzu verschaffen, wird ihm fast unmöglich gewesen sein, dasie im Occidente nur in sehr wenigen Exemplaren vorhandenwaren. Aristoteles und die andern Philosophen waren nurbekannt in der lateinischen Uebersetzung, welche zudemgrösstentheiis nach arabischen und hebräischen Uebersetzun-gen angefertigt waren. Es lässt sich denken, was nach so vie-
den Werken, die er fälschlicherweise Berühmten Autoren zugeschrieben,finden wir einen Tractat über die Jungfräulichkeit, angeblich vom hl.Augustin und verschieden von dem, den wir heute besitzen ; einenCommentar zum Hohenliede, welcher, wie der Autor glaubt, vom hl.Anselm herrührt, aber mit keinem der dreissig oder vierzig, welche unsdas Mittelalter überliefert hat, identificirt werden kann ; die Vision Dri-thelm’s, welche er Peter dem Ehrwürdigen zuschreibt, etc.
i Trithemius (Liber de Scriptor. Eccles.) und Philipp von Bergamo( Supplement. Chronic, orbis, lib XV) schreiben ihm das Verdienst zu,Cassian aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt zu haben, undder Buchhändler Novesian wünscht ihm zu Anfang der Kölner Ausgabe1540 (Epist. dedic.) Glück zu der Umarbeitung einer früheren Ueber-setzung. In der Wahrheit hat Cassian, nach seiner eigenen Erklärung,lateinisch geschrieben (Collat. proefat.), und sind die wenigen bekanntengriechischen Exemplare nur eine ziemlich ungetreue Uebersetzung. Dievorgebliche Dionysianische Uebersetzung ist nur eine Erklärung oderAuslegung, ja wir können hinzufügen, eine Verbesserung; denn in derXIII' Conferenz hat er der pelagianischen Theorie des Cassian die ka-tholische Lehre über die Gnade substituirt, und in dieser Form ist dieAusgabe in der Folge häufig angenommen und wiedergegeben worden.Siehe Migne, Lateinische Patrol. t. XLIX : Notitia historico-litteraria.D. Cellier, Hist, gener, des auteurs eccles., t. VIII, pag. 182, 204; etc.
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