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Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches
Entstehung
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m.

Zur Kunde der Eigennamen.

Das nachfolgende Verzeichnis stellt vorwiegend diejenigen Eigennamenaus unserem Martyrologium zusammen, welche auf romanische und ger-manische Abstammung zurückzuführen sind. Dazu bestimmt, einem nochzu erwartenden Onomastikon über die von Juden in allen Ländern und zuallen Zeiten geführten Namen Material zu liefern, beschränkt sich diesesRegister darauf, die Orthographie des Manuskripts zu geben, dieselbe durchanderweitige Schreibungen mittelaltei’licher Quellen erforderlichen Fallsaufzuhellen und eine kurze Erklärung der Eigennamen zu bieten. Einweiteres Eingehen auf die Etymologie, die Entstehung und Entwicklungdes Beinamens (Kinnui) und die für religiöse Akte normierte übliche Schreib-weise musste mit Rücksicht auf die unserer Edition gesetzten Grenzenunterbleiben.

Abersüs, 11T1DR Forchheim 1298, KOTCR Nürnberg- 1349.

Verbindung des hebr. Ahraham mit dem mhd. siieze, wie „Aber-lieb“ gebildet. Zunz, Ges. Sehr. II, 36 (Namen der Juden).

Achselrad, stets “nbttCN geschrieben (Frankfurt 1241, Berchingund Würzburg 1298 und Weissensee 1303).

Unsere Orthographie hat die Erfurter Grabschrift vom Jahre1288 (Kroner in Frankel, Monatsschrift XXXIII, 354) und einMachsor-Commentar Eliesers b. Nathan (Gross in Frankel, Monats-schrift XXXIV, 308), während die jüdischen Namenbücher Seferschemot, Beth sch’muel, Schulchan hamaarechet, Ohole schem u. a.schreiben: mb’DpN, “fcO^DpkS und “l“6 1 ODN. Die von Zunza. a. 0. 36 gebrachte Erklärung David Oppenheims (erhalten in dessenhandschriftlichen Responsen ”11“ bxtW III, 40) aus Chawot jair 249„Rosennägelein“ und die Lesart Achseldar nach Binjamin seeb n°71sind sicher abzulehnen. Das Wort ist, der Endsilbe nach zuschliessen, deutschen Ursprungs wie Agilrat, Egilrat (Förstemann,Altdeutsches Wörterbuch I, 28) und Adalrat (M. G. Neer. II, 83).War Axelrad, der Name des Vaters des im 13. Jahrhundert in Kölnlebenden Kabbalisten Abraham (Catal. Bodl. 675 — Abraham Colon— und zu Ms. München 341 u , Renan-Neubauer, Les rabbins 470,Gross a. a. 0. 308, Michael, Or ha-Chajim 14), die Kinnui fürAlexander, dann ist es wahrscheinlich, dass wir in dem 1. Teiledes Wortes die noch heute im Norden Deutschlands beliebte Meta-thesis Axel aus Alexander schon hier antreffen. Nicht unerwähntdarf bleiben, dafs Schmeller, Bayerisches Wörterbuch I, 25, einensüddeutschen Eigennamen Achselhart kennt.

Adelchint, Nürnberg- 1298, EVpblN Weissensee 1303.

Deutsche Bildung („freigeborenes Kind“: Lexer, Mittelhoch-deutsches Wörterbuch I, 21) wie Gothechint (Neer. Petrihusan. M. G.Neer. I, 317) und Belchind (s. d.). Adelchinda aus dem 10. Jahrli.