Einleitung.
Die Sitte, das Andenken der Verstorbenen zu segnen und Ursprungihre Namen verehrungsvoll zu nennen, war seit den ältesten gläächudmlsZeiten in Israel heimisch'). Wo und wann aber aus den Einzel-äusserungen frommer Pietät sich die gottesdienstliche Form des„Seelengedächtnisses“ entfaltet hat, stellt trotz sorgfältiger Unter-suchungen noch nicht fest 2 ). Die Annahme, dass sie in Deutsch-land, und zwar nicht vor dem elften Jahrhundert entstandensei 3 ), gründet sich auf einzelne, gelegentlich im jüdischen Schrift-tum des Mittelalters auftauchende Bemerkungen 4 ) und auf ältere
b Zunz, Zur Geschichte und Literatur, S. 318.
'-) Auch die fleissige Arbeit Israel Levi’s „La cominSmoration des ämesdans le Juda'isme“ in der Revue des etudes juives XXIX, S. 43ff. hat das Dunkel,welches die Quellen des „Seelengedächtnisses“ umgiebt, nicht zu erhellen vermocht.
3 ) Zunz a. a. 0. 8.319, N. a. (vgl. Zunz, Die Ritus des synagogalenGottesdienstes, S. 9); Leopold Löw, Ben Chananja II (1859), S. 564, N. 56,Ges. Schriften 1,129 N. 5.
4 ) Die Nachweise s. hei Zunz, Nachtrag zur Literaturgeschichte der syna-
gogalen Poesie, S. 4 (670). Der gottesdienstliche Brauch ist u. a. erwähnt imSefer Chassidim ed. Wistinetzki, S. 37, 87, bei Isak b. Mose aus Wien, Orsarua, Hilch. Zedaka § 10 (3p33 )03]31 0,12171 |’3012l) und § 26 1701017 1«)D’1313 HKt7 123 31223), bei Me'ir von Rothenburg, Rechtsgutachten, ed Pragn u 342 ('oi piotOD 12 « n2i7i ooinV 3p3b no pDst7 ori 2 '3 by),
ed. Prag 11 ° 286 (13111 3223 3013^), ed. Bloch (Berlin), S. 293 3"D3 1Ü3 1 2«)1312171 3X2 DJ) 13223 OOP), in den Rechtsgutachten Sichron Jehuda, S. 47 a(bi cjonn 3 x 2 cp t7npn t7si 130132 -22 1033 ? rr«3 X032 pix3 333 by).Hierher gehört auch eine ältere, vermutlich dem 12. Jahrhundert zuzuweisendeVerordnung, welche die Mainzer Rabbinerversammlung von 1220 erneuerthat, die von Verstorbenen für das Seelenheil Unterlassenen Geldspendenunter Umständen zur Besoldung der Elementarlehrer zu verwenden (s. RGA.Meir von Rothenburgs ed. Prag nach n° 1022, Takkanot; in Ms. Zeda laderechlautet die Stelle: C’3’322 1322 113p 1 nipllTl 32b ]332 323 pp’ED2 PX2 Clp231HtT’ 3131231 [32] "|3123 1)32 30172 230 «3 CK 20232^ 1133 13222 3013?bp3 |OOn2 Clp23). S. auch bez. des Seelengedächtnisses für die Märtyrerdas handschriftliche 31S1DX 'o § 3S2 (bei Güdemann, Gesch. d. Erziehungs-wesens II, S. 276).