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Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches
Entstehung
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R. Israel, Sohn R. Abrahams, seine Frau Schonfraw, seinejugendliche Tochter Frau Minnliu und sein Enkel; sein SohnDavid und sein Sohn R. Tagar 1 ); der Knabe Eljakim; Hilda;Juttlin.

[Gott möge ihrer gedenken,] weil sie ihr Leben fürdie Heiligung des göttlichen Namens hingegeben haben.Dieses Verdienstes wegen möge ihre Seele in den Bunddes ewigen Lebens aufgenommen werden mit der SeeleAbrahams, Isaks, Jakobs, Saras, Rebekkas, Rahels undLeas im Paradiese. Amen!

[Das Memorbuch, welches an anderer Stelle über 140 Ge-meinden aufzählt, über welche zur Zeit des schwarzen Todes dasUnglück hereinbrach, hat nur die in Nürnberg gefallenen Opferverzeichnet und zwar in drei fast gleichlautenden Listen, dereneine jedoch nur fragmentarisch (citiert: F.) erhalten und fastvergilbt ist. Die zweite Liste ist vollständig (citiert: A.) unddem Memorbuch später einverleibt worden (fol. 106 a und106 b). Eine Copie derselben befindet sich handschriftlich inCambridge und ist 1881 unter dem Titel «The Memorbook ofNürnberg» von W. H. Lowe (citiert: L.) veröffentlicht worden(s. auch «Das Memorbuch von Nürnberg 1349 n. Chr.» in Rahmer,Jüd. Literaturblatt X, n° 31, 122 und n° 32, 126, 127 nach demJewish Chronicle). Das hier zum Abdruck (s. S. 61 ff.) und inÜbersetzung und Erläuterung gebrachte Verzeichnis ist für dengottesdienstlichen Gebrauch eingerichtet und seines offiziellenCharakters wegen für die Edition gewählt worden (Näheres s. inder Einleitung). Nicht eines dieser Verzeichnisse trägt das Datum.Dieses erfahren wir aus dem Gedenkbuche Ulman Stromers, deru. a. mitteilt (Städtechroniken, Nürnberg I, 25): «Anno Domini1349 ■ • • di juden bürden verprant an sant Niclos abent annoalz vor geschriben stet» (5. Dezember). Denselben Tag, jedochmit irriger Jahresangabe, hat die Chronik aus Kaiser SigmundsZeit (Städtechroniken I, 351): «Item anno dom. 1300 und 50 jaran sant Nycklos tag da slug man dy juden zu Nuremberg».

Dieser von langer Hand vorbereitete Überfall gipfelte nichtnur in einer Plünderung der Juden, wie Sigmund Meisterlin,Chronik der Reichsstadt Nürnberg (Städtechroniken, Nürnberg III,146) entgegen anderen Chronisten, angeblich «richtig» (vgl. Städte-chroniken, Nürnberg I. 25, N. 2) meldet, sondern auch in Folter,Mord und Scheiterhaufen, wie dies untrüglich aus unserer Quellehervorgeht («Gott möge der Seelen der in Nürnberg Erschlagenenund Verbrannten gedenken!»).

Die Zahl der Märtyrer, annähernd 570, ist in keiner Geschichts-quelle zu finden, so dass selbst die jüngsten HistoriographenNürnbergs, denen Lowes Arbeit unbekannt blieb, wie Priem-Reicke 229 und Rösel r25 (s. w. u.) noch schreiben, dass über

') Bürgerliste n° 155: „Tagar gelier Micliel“.