Druckschrift 
Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches
Entstehung
Seite
XXXVII
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ist hiernach der vielgenannte R. Juspa Schammes, der Verfasserdes Maasse-Nissim-Bnches, welcher 1623 von der Tahnudsclmlezu Fulda nach Worms kam, wo er mehr als 30 Jahre langdas Amt eines Gemeindeheamten (tt'Ctt'l “(BID) versah und1678 starb, wie dies sein Leichenstein bekundet (s. Lewysohn,Nafschot Zaddikim, Sechzig Epitaphien . . . S. 69 ff.) Der Aus-druck '’npnpn weist auf eine Abschrift aus älterer Vorlage, und,da die erste Datumangabe, S. 7 a der Hds., dem Nekrologe fürSamuel b. Simon Ulmo 7. Schebat 5390 = 1630 beigefügt ist, soist anzunehmen, dass das Buch in der Mitte des 17. Jahrhundertsbegonnen wurde. Der Text wurde ohne Titel, ohne die einleitendenGebete und die Listen von 1096 und 1349 von Berliner, Kobezal Jad III (1887), S 5 ff. abgedruckt. In diesem Abdruckemüsste sich nach der älteren Anlage des Buches, das hier ge-trennt ist (nach Bl. 49 sind 24 Blätter Pergament und 16 BlätterPapier beschrieben, 7 Bl. Papier unbeschrieben), der Inhalt vonBl. 50 ff. mit dem allgemeinen Teil und dem Orts- und liab-binerverzeichnis von 1349 (50b der Hds. nach Speyer: Worms,Samuel lialevi und seine Gemeinde; Mainz, Joseph . . .; Oppen-heim, Joel hakohen . . . u. s. w.) anschliessen. S. 55a der Hds.enthält das für den 7. Tag des Pessachfestes bestimmte Seelen-gedächtnis für die beiden Fremden (OVnhS Dtff), welche einstdurch ihren freiwilligen Opfertod die Gemeinde Worms vor demUntergange bewahrten 1 ), die Erinnerung an die Märtyrer Pragsvon 1389 und seinen Rabbiner 2 ), für die man am 8. Tage desFestes betete, S. 95b—97a erscheint die Liste von 109(5 und97 b—99 b die von 1349. — Die, Kobez al jad III, 29ff. veröffent-lichten Gebete für die während der Kosakenaufstände 1648 ff.unter dem Hetman Chmelnizlri vernichteten polnischen Juden-gemeinden sind dem Memorbuch beigeheftet. Sie sind auf An-ordnung des Rabbiners Simson Bacharach (gest. 1670) 1656 vondem Vorsänger Abraham Eberl aus Prag (gest. 1659) nach demBuche Zok haittim (s. o.) niedergeschrieben und für den gottes-dienstlichen Gebrauch bestimmt worden. Eine sehr grosse Zahl

*) S. Maasse Nissim n°3; Tendlau, Das Buch der Sagen und Legendenjüd. Vorzeit, S. 220; Rothschild, Aus Vergangenheit und Gegenwart derisrael. Gemeinde Worms. S. 19. Noch heute brennen jahraus jahrein für diesebeiden unbekannten Retter zwei Lichter in der Synagoge zu Worms, in welcherauch am 7. Tage des Pessachfestes das Seelengedächtnis für sie stattfindet. Vgl.auch Mannheimer, Die Juden in Worms, S. 13ff.

2 ) In den Wormser Memorbüchern und hei Jelliuek a. a. 0. S. Ü Abrahamb. Ascher statt Meuachem b. A. genannt. S. S. 307.