Druckschrift 
1 (1817)
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung.

5

das innere politische Leben so vieler europäischer Staa-ten durch Constitutionen von neuem begründet ward.Denn unverkennbar sieht das innere und das äußerepolitische Leben in dem innigsten Zusammenhänge. Jekräftiger, zweckmäßiger und bestimmter ein Staat in sei-nem Innern organisirt ist; je mehr die ihm gegebeneConstitution den Forderungen des fortgeschrittenen Zeit-geistes selbst, besonders aber seiner eigenen Individuali-tät, und der Eigcnthümlich keit seines Vol-kes entspricht; desto kräftiger wird auch die Ankün-digung des Staates nach außen scyn. Ein Bildvon der Gesundheit eines Staatskörpers und von derKraft in seiner äußern Ankündigung, die von jenerGesundheit im Innern abhängt und ausgeht, gibt schonjede einzelne thicrische und menschliche Organisation.Wo Krankheit und inn cre Zcrrüttung der ein-zelnen Thcile die Gesundheit der individuellen Organi-sation erschüttern; da ist jede lcbcns- und kraftvolleHaltung und Ankündigung nach außen gelähmt. Woder organische Körper, nach dem Gesetze der Natur-nothwcndigkcit, mit den Jahren veraltet; da ver-ändert sich auch seine Thätigkeit und sein Einfluß nachaußen. So auch mit den Staaten. Eine gute, zeit-gemäße und volksthümliche Constitution im Innernist die nothwendige Bedingung seiner politischenGesundheit, und seiner äußern Kraft im Systemeder coepistircndcn Staaten; eine unpassende und veral-tete Constitution hingegen drückt Völker und Reiche vonder vorigen Stufe ihrer äußern Ankündigung herab, und