Nap.Zusaharl. zu d. Reichsv. v. 22 Apr. 1315. 307
I) Napoleons Zusaßarcikel zu denRejchsverfassungen vom 22. Aprili 8i 5-
Napoleon, von Gottes Gnaden und durch dieVerfassungen, Kaiser der Franzosen, an alle Ge-genwärtige und Zukünftige, Gruß. Seitdem wir vorfünfzehn Jahren durch Frankreichs Wunsch zur Regie-rung des Staats berufen worden sind, haben wir zuverschiedenen Zeiten die constitutionellcn Formen, nachden Bedürfnissen und dem Verlangen der Nation, undmit Benutzung der Lehren der Erfahrung zu vervollkomm-nen gesucht. Die Rcichsvcrfassungen haben sich dem-nach aus einer Reihe von Acten gebildet, welche mitder Annahme des Volkes versehen worden sind. Wirhatten damals zum Zweck, ein großes europäisches Bun-dcssystem zu organisircn, das wir, als dem Geiste derZeitgemäß, und der Civilisation günstig, angenommenhatten. Um dahin zu gelangen, es zu vervollständigen,und ihm die Ausdehnung und die Festigkeit zu geben,deren es fähig war, hatten wir mehrere innere Einrich-tungen verschoben, welche insbesondere bestimmt waren,die Freiheit der Bürger zu schützen. Von nun an habenwir keinen andern Zweck mehr, als Frankreichs Wohl-fahrt durch die Befestigung der öffentlichen Freiheit zuvermehren. Daraus fließt die Nothwendigkcit mehrererwichtiger Veränderungen in den Verfassungen, Scna-tusconsultcn und andern Acten, welche dieses Reich re-gieren. In diesem Betracht, willens, einerseits, vondem Vergangenen beizubehalten, was gut und heilsamist, und andrerseits, die Verfassungen unsers Reichs inAllem den Wünschen und Bedürfnissen der Nation, sowie dem Friedenszustande, den wir mit Europa beizu-