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Bayerische Chronik
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durch alt Schriften wol bewisst was, das vil heiltumb aufdem perg daselbs vergorgen leg, west aber nit an welchemOrt. Also thet der Cäppellan, her Jacob, den obgemeltendrey fürsten gebriiedern des zu khundt, die sich dann zustund an gen Andechs verfliegten, und under dem Altar 5graben Hessen, alda das pleyen vässlen in sandt ElspethenRockh gefunden und an Sandt Johanns tag zum Sunbentengen München in die Allt vessten oder gschloss in dieCappellen gefüert wardt. Und von solchem heiltumb hatobgemelter hertzog Friderich ain Dorn von der Dornen 10Chron gen Lanndshuet auf die Burg oder (tscIüoss,Trausnitz genannt, mit wissen und willen seiner zwayerbrüeder gepracht. Und in der Nacht geschahen gross Erdt-pidm, das hertzog Friderich khaum bidt, das er dasAvent. V, 524,3. heiltumb widerumb zu dem andern heiltumb schickhet. 15Und zu diser zeit stürben zwen Bäbst: Clemens der Sibent undUrbanus der Sechst, so miteinannder Bäbst wollten sein. Wardenabermals zwen Bäbst erwölt: Bonifacius der Neunt, hauset zuKorn, und Benedictus der dreyzehnt, hauset zu Avion inFrannckhreich. Bonifacius der 9. gab den drey Fürsten, ge- 20{1392.) brüedern, hertzogen in ßayrn etc. das Gnadenreich jar, volle Gnadtund Ablaß von Pein und Schuldt gen München von des GrossenHeiltumbs der drey hostien wegen, auch das die drey Fürsten, gebrüeder,seiner Partheyen waren wider den Benedict um den xiiiton, dem dieFranncosen anhiengen. Vnd weret dise gnadt von Mitterfasten bis 2 ^auf Petter khettenfeyr bey fünf Monaten. Waren viertzig Priester be-stellt, die peicht hörtten. Wer siben tag zu München blib und dievier kirchen: Unser Frawen, Sant Fetter, zu Anger und Spittall täg-lichen haimbsuecht, alda sein wirdig almuesen Hess und gab, auch seinAndacht verpracht, der wardt endledigt von aller schuldt und pein, als 30ain New geporn unschuldig khindlen. Man zaiget das heiligtliumbzwier 1 in der wochen. Es war damals ain Seltzams unerhörts Dingin Teutschcn Landen. Darumb lief stätigs vil volckhs zue, allcrlayTeutsch und Winden. Es khamen alle tag bej 60 000 Menschenzusamen. ^5

Dissobgemeltheiligthumbhathernachhertzog'Johann sen

Sun, hertzog Krnst, ettlichen treit'enliehen herrn geben und

thaillen wellen als sandt Maria Magdalena Giirtl, aber

Ir Fürstl. Gn., noch ander, habens mit manigen messern

V9 V ' 577^ö? un( ' wau ° en versuecht, nit thailen mögen. Darnach hat 40

hertzog Ernst alda ain Oolegio mit ainem Probst und

1438. ß Chorherrn und Laybriester gestift. Anno dni 1438 jar.

1451. ; u nc ] Anno dni 1451 Jar hat hertzog Ernsts Sun,

^'^! w liertzog' AI brecht, die obgemelt Brobstey verkhert und

1 Aventin: dreimal. Doch vgl. Aventin V, 571,26: ward jährlichen^zwier, nämlichen umb den auffarttag und Michaelis ain grosse kirch-fart dahin.