— LXXXIII
Eine im kgl. bayer. geh. Hattsarchiv * (Rockinger no. 54)befindliche bayerisch-pfälzische Chronik beruhtgrösstenteils auf Füetrer, ebenso die von RockingerAventin zugeschriebenen Chronikanfänge (Rockingerno. 59, b und no. 60).
Auch die im Handschriftenstammbaume S. XXIX mitH 22 bezeichneten Reste einer bayerischen Chroniksind ganz von Füetrers Darstellung abhängig und zwar istdabei die Handschrift B oder W benutzt worden.
Ladislaus Sunthemius stützt sich stark auf Füetrerin seinen genealogischen Zusammenstellungen bei Oefcle,Rer. Boic. Script. II, 635 ff.
Den grössten Einfluss auf die Folgezeit scheint Füetreraber dadurch gewonnen zu haben, dass Veit Arnpeckihn benutzte, allerdings nicht ohne nachprüfende Kritik zuüben, welche besonders die dem Graribaldus entnommenenNachrichten zu spüren bekamen. Er brauchte die Hand-schrift T, welche dem Originale am nächsten steht. DieAbschnitte, welche in T mit einem roten „no" (—nota bene)bezeichnet sind, werden bei ihm oft wörtlich und der Reihenach berücksichtigt, so ist no. 269 = Arnpeck, bei Frey-berg , Sammlung bist. Sehr. I, 116 — 117. no. 280 = Arn-peck a. a. 0. I, 117. Während ferner T 182,7 „mer", alleandern Handschriften aber „nur" lesen, findet sich beiArnpeck I, 70 auch „mer". Wenn ich mich nicht täusche)rühren die mit feiner Feder übergeschriebenen Verbesserungenin jenem Codex von seiner Hand her.
Die in Cgm. 1587, 1588 und 1589 erhaltene bayerischeChronik ist für die ältere Zeit nicht von Füetrer beein-flusst, für die spätere Zeit ist die Darstellung zwar ziemlichabhängig von ihm, aber, wie es scheint, durch die Vermitt-lung Arnpecks.
Aventin war, wie sich schon aus seinen Randnotenzu W ergibt, mit Füetrers Chronik wohl bekannt; dochhat er sie nur wenig und nur für die neuere Zeit benutzt,l^as, was aus Füetrer zu stammen scheint, ist meistensentweder dessen Quellen oder Arnpeck entnommen. Die
1 Vgl. Eockinger, Uober ältere Arbeiten zur bayerischen undPfälzischen Geschichte, Abhdlgn. der k. bayer. Akad. III. Cl. Bd. XIVund XV.