so ein solcher, -er bei Gesang und Klang das SeinigedurchbringtA Affsprun g bemerkt, daß man in Schwa-ben verliederlichen sagt. Wir haben auch verquisten(von dem veralteten N. D. Sachwerte .Dunst, Verlust,Schaden.) und verspillen dafür. Sowol jenes, als die-ses , welches besonders auf Verschwendung im Kleinendeutet, wird von Ad. zwar angeführt, aber, wie ge-wöhnlich, mit dem Zusätze: „daß sie nicht in der edlenSchreib-art, sondern nur in der gemeinen Sprecb-artüblich sein," — vermuthlich, weil kein £>. SächsischerSchriftsteller bisher Gebrauch davon gemacht haben mag.Ich wüßte aber nicht, was uns hindern könnte, dieseWörter auch in die edlere Schriftsprache einzuführen, dasie weder in ihren Lauten etwas unangenehmes haben,noch mit irgend einem niedrigen Nebenbegrisse verbun-den sind. Hiezu kommt, daß das einfache spillen, fürverschwenden, schon zu K e r 0' s Zeiten üblich war. Ver-quisten hat Lessing gebraucht: „Nicht jeder, der denPinsel in die Hand nimmt, und Farben verquistet, istein Mahler."
Dissocuren, trennen, entzweien.
Dissolut, aufgelöst, unordentlich, zügellos, liederlich;z. B. eine solche Lebensart.
Dissolution., die Auflösung, die Scheidung, die Lie-derlichkeit.
Dt88o1viren, auflösen, auseinandergehen lassen.
Dissonanz, in der Tonkunst, der Mißklang oder Miß-laut; „von den Intervallen gebraucht, findet nur imVerhältniß von zwei oder mehrern Tönen Statt, wovonEiner als Grundton angenommen wird." E schen-burg. Klopstock hat Abklang fürDissonanz, ge-bildet: „Ich grämte mich, daß unsere Sprache so vielperiodischen Abklang hat/<
Dissuadiren, abrathen, widerrathen. Bei abrathen
hat Ad. den sonderbaren Einfall gehabt, zu verlangen,daß dieses Wort (in einigen R. a. auch abhelfen) mitdem vierten Falle der Person (dem Accusativ, einen)verbunden würde. Da man die Sprache gegen die Ir-rungen eines für sie so bedeutenden Mannes, als Hr.Ad. ist, nicht zu sehr verwahren kann: so glaube ich,hier wiederholen zu müssen, was ich schon ehemahls inden Beitragen dagegen erinnert habe.
„In der N. a. einem von dem Wagen (überhaupt voneinem erhöhten Orte) abhelfen, verband Ad., in derersten Ausgabe des Wörterbuchs, dieses Zeitwort mitdem vierten Falle der Person: einen abhelfen. Inder neuen Ausgabe hat er dieses einen stillschweigend ineinem abgeändert. Dahingegen hat er jenes einenin den (undeutschen) R. a.: einen von der Mühe ab-helfen, für, einen der Mühe überheben, und einen ab-helfen > für, ihn aus der Welt schaffen, in der neuenAusgabe wieder aufgenommen, ohne bei dieser letztenetwas anders zu erinnern, als, daß sie niedrig sei. Erscheint also auch jetzt noch den Gebrauch des vierten Falls
der Person bei abhelfen nicht ganz zu verwerfen. Beiaufhelfen und aushelfen hingegen hak er schon in derersten Ausgabe, so wie jetzt in der zweiten, die Personin den dritten Fall, einem, gefetzt, da doch, wennabhelfen den vierten verlangte, auch diese ihn mir glei-chem Rechte foderu würden. Noch könnte man zu un-sers Verfassers Entschuldigung annehmen, daß das ei-nen der ersten Ausgabe nur ein Druckfehler gewesensei; aber warum erklärt er denn die jetzt aufgenommeneR. a. einen abhelfen, für aus der Welt schaffen, bloßfür niedrig? Warum nicht für einen Sprachfehler? Hie-zu kommt, daß er in dem Artikel Abrathen sich unglück-licher Weise in neue Widersprüche verwickelt hat; so daßich kein Mittel sehe, ihn gegen den Vorwurf der Folge-widrigkeit zu rechtfertigen. Dieses Abrathen nämlichhat er nicht nur, wie in der ersten Ausgabe, mit demvierten Falle der Person, einen abrathen, angesetzt,sondern auch den dritten Fall, einem abrathen, aus-drücklich für einen Fehler erklärt, weil abrathen eigent-lich durch guten Rath von einer Sache entfernen, be-deute. Aber dieser Grund fände ja, wenn er gültigwäre, auch bei abhelfen (von dem Wagen), aufhelfen(von der Erde) und aushelfen (aus der Noth) Statt,und zwar mit noch größerem Rechte Statt, weil hiernoch eigentlicher, als bei abrathen, der Begriff der Ent-fernung oder der Bewegung von etwas weg, zum Grun-de liegt. Also eins von beiden: entweder ist einen ab-rathen unrecht, oder abhelfen, aushelfen und aushel-sen verlangen auch den vierten Fall."
Der in diesem Werke mehrmahls angeführte Schwä-bische Sprachforscher, Gerstner, der hierin mit mirübereinstimmt, hat die Gründe, warum weder das eine,noch die andern, mit dem vierten Falle verbunden wer-den können, folgendermaßen gründlich auseinander ge-setzt:
„Adelungs Grund, warum man sagen müsse, ei-nen abrathen, weil es nämlich so viel sei, als einendurch Rath von etwas entfernen, ist nur etwas — lä-cherlich. Mit dem nämlichen Grunde könnte ich behaup-ten : einem etwas verhehlen ist falsch; es muß heissen:einen verhehlen, weil es so viel ist, als, einen etwasnicht wissen lassen, oder, einen durch Verbergung derSache von der Kenntniß derselben entfernen; einen ir-gend wohin schicken, ist so viel, als: einem befehlen,daß er irgend wohin gehen soll, also muß man sagen:einem hinschicken; anstatt, einem etwas vorstellen,muß man sagen: einen vorstellen, weil es so viel ist,als: etwas vor einen hinstellen u. s. w. A d. übersetztoder umschreibt das Wort abrathen; aber diese Um-schreibung ist willkührlich; sie könnte noch auf mancher-lei Art anders geschehen. Man könnte z. B. sagen: ab-rathen heißt, einem durch guten Rath eine Sache zu-wider machen; und danach wäre, wenn dergleichen will-kührliche Umschreibungen einen Grund abgeben könnten,Kk 3 der