gar sehr, die Sanskritsprache zieht dieselben Wör-ter zusammen, und überall ist das Zusammenge-zogene jünger als das Ausgedehnte, indem esdurch häufiges Sprechen entsteht.
Ehe wir von dem germanischen Stamme re-den, ist es nothwendig, von Spracherscheinnngenzu sprechen, welche höchst merkwürdig, aber dar-um weniger geachtet und der allgemeinen Sprach-forschung weniger unterworfen sind, weil sie zunahe liegen. Ich meine die Entstehung der ita-lie: schen, portugiesischen, spanischen und fran-zösischen Sprache aus der lateinischen. Germa-nische Völker zogen in diese Lander, eroberten sie,vermischten sich mit den Eingebornen, und na-men die Sprache des Landes an, gaben ihr aberden allgemeinen Charakter der Sprachen, welchediese erobernden Völker früher redeten. Sie lie-ßen die Beugungen des Nennwortes weg und er-setzten diese durch kleine Wörter zur Bezeichnungder Verhältnisse, sie ließen ebenfalls viele Bezeich-nungen der Zeit in den Zeitwörtern weg und er-setzten diese auf mancherlei Weise, hauptsächlichaber führten sie den Gebrauch der Hülföwörter,völlig unbekannt in der lateinischen Sprache, über-all ein. Die Wörter selbst wurden auf die ge-wöhnliche Weise verkürzt, verstümmelt und durchWeglassung von Mitlautern sanfter gemacht. Sohaben wir Sprachen erhalten, deren Stoff ganzlateinisch, deren Form ganz germanisch ist. Dieunbeschrankte freie Wortfolge einer an Beugun-gen reichen Sprache wurde beschränkter und be-