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Phönicische Mythen.
Dem Volke der Ebraer nahe wohnten diePhönicier, deren kosmogonische Meinungen uusEusebius*) anfbewahrt hat. Sie rühren angeb-lich von Sanchuniathon her, den man in die Zeitdes trojanischen Krieges versetzt und zu einemSchüler TaautS macht. Aber eö sind offenbardrei ganz verschiedene Sagen in eine zusammenge-stellt und daraus geht allein schon die Unwahr-,scheinlichkeic jener Angaben hervor, nach welchemsie nur einen Verfasser haben sollen. Das Ver-haltniß dieser Koömogonieen zum Volksglaubender Phönicier ist ganz unbestimmt. Doch stam-! men diese Koömogonieen von semitischen Völkernher, wie die fremden nicht griechischen Worte da-rin zeigen, und es ist nichts der Nachricht ent-gegen, welche sie den Phüniciern zuschreibt. Siesind in mehr als einer Rücksicht merkwürdig, undich will einen Auszug derselben geben. Im An-fänge und von Ewigkeit her, lehrt die erste Sage,war eine dunkle, windige, Luft, ein trübes Chaos.Der Geist liebte seine eigenen Anfänge, und esentstand eine Verflechtung der Stoffe, welche manLiebe nennt. Dies war der Anfang aller Bil-dung. Zuerst wurde gebildet ein Schlamm, Motgenannt, dann erschienen Thiere ohne Gefühl,
*) Lnseliil Nuni^ch'IIi LvanAslica. Nil-
rig 1623., Colon, 16L8. 1,. I c. 10. Eusebius war
Bischof von Cäsarea in Palästina und lebte im viertenJahrhundert nach Eh. G.