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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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musste. Im Mai 1705 wurde dem Magistrat die nahe An-kunft eines holländisch-englischen Heeres angekündigt, mitder Weisung, wegen des bevorstehenden Uebergangesschleunig die Ruhrbrücke wieder herzustellen. Das war je-doch wegen Mangels an Material augenblicklich nicht aus-führbar, weshalb der Magistrat 2 Nothbrücken bei Birkes-dorf schlagen liess. Am 18. Mai langte die Armee, 18000Mann stark, bei Düren an; der Generalstab, wobei sichder Erbprinz von Hessen befand, nebst 200 Dragonernnahmen in der Stadt selbst Quartier. Während ihres zwei-tägigen Aufenthalts richteten die Soldaten grossen Unfugin den Feldern an. Wegen Mangels an Zufuhr kehrte dasenglische Heer bald von der Mosel zurück, um den Hol-ländern an der Maas zu Hülfe zu eilen. Am 23. Junirückten 200Dragoner mit dem General-Adjutanten dePaleottihier ein; das Hauptheer, 80000 Mann stark, unter Marl-borongh, folgte am andern Tage. Die Truppen ruhten inden Umgebungen bis zum 27. aus; das Lager erstreckte sichbis Stammeln. Ihr Verhalten war gar nicht rühmlich. Nichtzufrieden, class sie den gedrückten Einwohnern den-thigsten Lebensunterhalt aufzehrten, vernichteten sie auchnoch, mitunter muth williger Weise, deren Hoffnungen inFeldern und Gärten und erlaubten sich selbst Plünderun-gen. Der Schaden, den sie allein in der Dürener Feldgemar-kung angerichtet, ist auf 10302 Rthlr. 36 Albus 6 Hlr. ab-geschätzt worden. Bei dem Auf brache der Armee blieben inDüren 600 Kranke, welche grösstentheils an der Dissenterielitten, unter einer starken Bedeckung Kavallerie zurück. Siewurden in Scheunen aufgenommen und auf Kosten derStadt gepflegt. Die hier zurückgebliebenen Reiter erlaub-ten sich mancherlei Unfug gegen die Einwohner, denensie ausser den Fouragelieferungen auch Geld abpressten.Als am 18. Juli ihr Abmarsch nach Mastricht erfolgte,mussten an hundert Karren zum Transport der Krankenvon der Stadt und den benachbarten Aemtern gestelltwerden. Am 29. August wurde die Kaisers-Mühle bei Dü-ren, so genannt nach ihren damaligen Besitzern, Familie Kai-ser, von französischen Truppen geplündert. Am 11. Juni