Schwesterchen
KAMM nd sie ehrt und schont dich denn auch, die muntre Gemeine:
^reit und Tumult verstummen, bist du im kreise zugegen,WMs Heilig und neu auf Lrden, stumm in der geschwätzigen Mitte,Unkundig noch der Muttersprache, nur schauend und lauschend,
Ties unter uns, die lang schon eingebürgert, am Tische,
Ueber dem Boden gleich, auf deinem winzigen Trmstuhl,
Dessen Rückenlehne uns Großen nur bis zum knie reicht:
Darin sitzest du, schräg in den Winkel gelehnt; und es dämpfen2hre Stimmen zärtlich die Großen und Wachsenden, wenn sieZu dir sich neigen und zu dir sprechen, so daß du ausblickst,
Herzlich lächelnd, ohne Verständnis, aber der LiebeZutraulich lauschend und in der Miene, von Anfang bekannt dir,klug zu lesen bemüht. Ls scheint dein gebrechliches WesenGanz das des hohen Titers : der zahnlose Mund und der mühsamSuchende Blick, das wackelnde Häuptchen, nicht fest im Genick noch.
Und die Schwäche des Rückgrats, — alles gemahnt an sein menschlichWiderspiel am Lnde des Lebens; doch ist es lieblichTnfangs und weckt, nebst Rührung, Entzücken; während das späteUnvermögen, welches wir gleichfalls ehren und schonen,
Hauch der kippte umweht, so daß es kühl uns durchschauert. —
Heiliges Kindchen! So nenn' ich dich ostmals nicht ohne Tndacht,
Deine süße Würde menschlich im Herzen empfindend.
Rein und unschuldsvoll ist deine Nahrung; den lieblich geschürzten.Bogenförmigen Mund, wie Maler ihn Engeln verliehen.
Niemals entweihte ihn noch das Wort, das da süget zum Wort sich.
17