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Gesang vom Kindchen : eine Idylle
Entstehung
Seite
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Und worin lüge schläft und schlimme Vernunft und der Zweifel.

Und ich denke der Stunde, letzthin, an meinem Geburtstag,

Tls ich stand und sie dich mir brachten, im Scherze, damit duTuch gratuliertest. Sie hatten dich festlich geputzt aus dem Tnlaß,

Und da ich sonst dich nur in windeln gekannt und im Rissen,

Trügest du erstmals ein Rleid, aus weißer Seide, das lang dirUeber die Füße hing, ein Drnat, und der kürzlich gestärkteSals- und Brustlatz umgab dir das Rinn mit spanischer Strenge:Ueberaus würdig erschienst du mir da und beinahe geistlich. —„Schwesterchen" heißt du im Sause, und wunderlich lautet der Name.„Schwestern" hießen dereinst in der giebligen Seimat die grauenBräute des Seilands mit Saude und Rosenkranz, die beieinanderIrgendwo wohnten im Winkligen, einer Db'rin gehorsam.

Wo sie der Rnabe besuchte, zu sehen die goldne Rapelle,

Und von denen die Sanfteste pflegte den Vater zu Tode,

Tuch uns Rinder oftmals versah, wenn wir fiebrig erkrankten:

Stille kam sie, die Tngenehme, stellte die kleineReisetasche beiseite, tat dann von sich das graueUmschlagetuch und die graue Saube, die sie im freienUeber der weißen, gefältelten trug, und so ging sie auf weichenSchuhen umher, Rompressen bereitend und die VerordnungReichend, indes der hölzerne Rosenkranz an ihrem Gürtelleise klapperte. Tn dem Bette des Fiebernden saß sieStundenlang und las ihm Geschichten, las uns die Sagenvor, die wir liebten, die schauerlichen; doch tat sie's nicht gerne.

Venn der Böse kam öfters drin vor, und sie scheut', ihn zu nennen.Darum sagte sie „Teubel", „Tostel" oder auch „Deuker",