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Obschon Alcxandrinus nicht Mitglied der Universitätwar, so stand er ihr doch nicht ferne, indem er sich aufdas Lebhafteste für die Fortschritte in seiner Wissenschaftinteressirte und deshalb in beständigem innigen Verkehremit den angesehensten medicinischen Professoren stand. Erging von der Ansicht aus, dass nach dem Beispiele derAlten der medicinischen Wissenschaft eine philosophischeGrundlage gegeben werden müsse, wobei er jedoch die Be-deutung der Erfahrung durchaus nicht unterschätzte. VorAllem war er ein entschiedener Anhänger Plato's, den er,entgegen der im Mittelalter und auch noch im 16. Jahr-hundert herrschenden Auffassung von der Superiorität desAristoteles, an die Spitze aller philosophischen Autoritätensetzte. In diesem Punkte wich er von seinem Lehrer Galenusab, den er über Hippokrates stellte und dem er vieljährigcStudien gewidmet hatte, deren Resultate er von 1546 bis1564 in einer Anzahl von Werken durch den Druck ver-öffentlichte. 1 )
Seine meisten und bedeutendsten Schriften betrafenden Galenus: namentlich machte er sich zur besonderen Auf-gabe, dessen Gegner zu bekämpfen. 2 )
ihn eine Aula doctissimis viris ornata nennt. Khautz 1. c. in der Vorredespricht darüber näher.
') Galeni Enantiomatum aliquot libri, Julio Alexandrino medicoTridentino autore. Venetiis 1548 (worin «her 46 angebliche WidersprücheGalen's gehandelt wird). Es folgten dann Uehersetzungen von mehrerenSchriften Galen's ins Lateinische. (Khautz I.e., 8. 216 fl.) Julii Alexan-drini a Neustain in Galeni praeeipua scripta annotationes. Accessit trita'"a de Theriaca quaestio. Basileae 1581, mit Verbesserungen des Galeni-schen griechischen Grundtextes. (Khautz 1. c, S. 222 fll.)
5 ) Zu diesen Gegnern gehörte vorzüglich der italienische ArztJohann Argentarius aus Castelnuovo, der 1550 de morbis geschriebenhatte, worauf Alexandrinus zur Verteidigung Galen's zuerst Antargen-terica, Venetiis 1552, und dann Antargentericnriim suorum defensio ad-v ersus Galeni calumn'iatores, Viennae 1558, veröffentlichte. (Denis, Garell.Bi °l-, S. 311.)