346
Daneben verfasste er auch einige Werke über dieHygiene überhaupt') und gab in Brief- und TractatenformAbhandlungen über Krankheiten und ihre Heilung heraus. 2 )
Endlich ist noch anzuführen, dass Alexandrinus denhumanistischen Studien nicht ferne stand und in dieser Be-ziehung Einiges veröffentlichte. 3 )
Obschon Alexandrinus am Hofe hochgeehrt war, vonMaximilian mit dem Prädicat von Neuenstein oder Neusteinin den Adelstand erhoben und wahrscheinlich auch, wieCrato von Craftheim, zum Pfalzgrafen ernannt wurde, 4 ) soverliess er doch unter Kaiser Rudolf II., der dem Gelehrten-kreise in Wien weniger gewogen war als sein Vorgänger,zeitweise die Donaustadt und zog sich endlich, um seinewissenschaftlichen Arbeiten ungestörter vollenden zu können,
1 ) De medicina et medico dialogus. Tiguri 1557. — Julii Alexan-drini, Caesarei medici primarii, salubrium sive de sanitato tuenda libriXXXIII. ad Maximilianum II. Rom. Imp. Coloniao Agripp. 1575. (Khautz1. c, S. 217 und 221.)
2 ) Translatio librorum Jo. Actuarii de actionibus et affectionibusspiritus animalis huiusque nutritione etc. Venetiis 1554. (Khautz, S. 217.)Epistola apologetica ad Rembertum Dodonaeum. Franeof. 1584. Epistolaad Petrum Andream Matthiolum (Ober die Unecbtheit der GalenischenSchrift Thoriaea) kommt vor in den Briefen des Matthiolus, Prag. 1501,und die Epistola ad Andream Camutium stobt in dessen Brevis excussiopraeeipui morbi, nempe eordis palpitationis, Maximilian! II. Caes. etc.Florentiae 1580. (Khautz, S. 220 fl.) Es finden sich noch zwei C'onsiliamedica von ihm: das eine „de melaneholia" ist gedruckt bei Scholtz,Consilior. medicinal. über, Franeof. 1598 (nura. 175, p. 498 fll.), dasandere „pro archidueo Ferdinando Tirolensi" enthält der Cod. 11155 derWiener Hofbibliothek.
3 ) Zu den poetischen Versuchen des Julius Alexandrinus gehörtsein Carmen Paedotrophia sive de puerorum educatione, Tiguri 1559,8.,und 2. Ausg., welcher noch einige anderes Carmina beigegeben sind,Tridenti 1580,8.; Epigramme zum Lobe des Lazarus Fenucoi, in dessenTractatus de momento temporis, Venetiis 1580,4. (Khautz, S. 220 und 308.)
4 ) Khautz 1. c, S. 207 fll. prüft umständlich und sorgfältig diesenbestrittenen Gegenstand und erklärt sich für die Sache.