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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Die Wiener Bischöfe Johann Faber und Friedrieh Nausea.

Johann Faber, 1 ) geboren 1478 in der schwäbischenReichsstadt Leutkirch, hiess eigentlich Heigerlin. Nach derdamaligen Sitte der Gelehrten, sich latinisirte Namen bei-zulegen, nannte er sich, da sein Vater Schmied gewesen,Faber, auch Fabri; doch gebrauchte er die erstere Namens-form häufiger.

Seine geistigen Anlagen erhielten frühzeitig eine guteAusbildung: er betrieb nicht nur die alten classischenSprachen mit Erfolg, sondern auch das Hebräische. Aufden Universitäten zu Freiburg und Tübingen 2 ) widmete ersich nach den humanistischen Studien der Theologie und

') lieber Faber's Leben und Scbriften sind zu vergleichen: diehandschriftlichen Arbeiten Schier's über die Bischöfe und Erzbisehöfe vonWien (Wiener Hof bibliothek Codd. 7236 und 7539). — Kettner, De Jo.Fabri Ep. Vienn. vita et scriptis dissertatio. Lipsiae 1737. — Scriptor.univ. Vienn. II. 1 p. 61—68 (namentlich über die Schriften). — Meuser(in dem von Aschbach herausgegebenen Kirchenlexikon, II, S. 713 f 11.).— Weniger eingehend Seback (im Freiburger Kirchenlexikon, III,S. 867 fll.) und Döring (in der Encyklopädie von Ersch und Gruber,Sect. I, Thl. 40, Abtheil. 2, S. 14 fl.), sowie Kink, Gesch. der Univ. Wien,I-' S. 243, Note 283.

2 ) Faber hat in Wien auf der Universität weder studirt nochdocirt, wie Manche (auch der Conspect. bist. univ. Vienn. II, p. 146) fälsch-lich angeben: dies ist eine Verwechslung mit Johann Faber von Weissen-burg. Vgl. Kink 1. c. Faber's Autobiographie (in der Stiftungsurkundedes St. Nicolaus-Collegiums) sagt, dass er mit 12 Jahren seine Studienbegonnen und, nachdem er in den freien Künsten ausgebildet war, Theo-logie und Jurisprudenz in Tübingen und Freiburg studirt habe.