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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Vierter Abschnitt.

Folgen der Ferdinandeischen Reformen für die Univer-sitätszustände unter Kaiser Maximilian II.

Oeitdem die Universität Staatsanstalt geworden war,hing ihre Einrichtung ganz von der Regierung ab. Unge-achtet ihre alten Statuten und Privilegien mehrmals vonNeuem bestätigt wurden, war ihr cleriealer Charakter ver-wischt und ihre Autonomie beseitigt. Diese eigentümlicheZwischenstellung, wornach keine scharf ausgeprägte Rich-tung sich geltend machen konnte, sondern das Meiste in derSchwebe gehalten ward, war offenbar eine Folge der politi-schen und kirchlichen Stellung, welche Ferdinand und seinNachfolger Maximilian Rom und der Reformation gegenübereinnahmen und die auch bei der Universität zum Aus-drucke kam.

Papst Paul IV., die Zeitverhältnisse nicht berücksich-tigend, hatte gegen die Giltigkeit der Erhebung Ferdinandsauf den Kaiserthron Einspruch erhoben und dadurch den-selben gewissermassen genöthigt, sich nicht unbedingt derHierarchie anzuschliessen.') Ferdinands Nachfolger, Maxi-milian IL, ohnehin persönlich dem Protestantismus geneigt,

') Dies erklärt die zeitweise Inconsequenz in seinen Handlungen,deren Richtung auch von seiner verschiedenartigen Umgebung, gegneri-schen Charakteren wie Canisius und Staphylus, beeinflusst ward.