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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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In gleicher Stellung verblieb er auch unter FerdinandsSohn und Nachfolger Maximilian II., der an seinem Hofeeinen Kreis ausgezeichneter europäischer Celebritäten derGelehrsamkeit um sich versammelte, wozu besonders die be-rühmten Aerzte Mattioli, 1 ) Crato von Craftheim, Paulus Fa-bricius, Rembert Dodonaeus, der Historiker Sambucus, derfrüher in Constantinopel als Gesandter verwendete AugeriusBusbeck, der Hofbibliothekar Hugo Blotius, der grosse Bo-tanicus Karl Clusius und Andere gehörten. 2 )

Jahre am Hofe in Wien lebe. Firnhaber, Hofstaat des Königs Ferd. I.im Jahre 1554 (Archiv der Wiener Akad. der Wissensch., XXVI, S. 57),bestätigt diese Angabe.

') Petrus Andreas Matthiolus, geboren 1501 zu Siena, wirkte überein Docennium in Görz, wurde dann 1555 von König Ferdinand I. anseinen Hof nach Wien als Leibarzt berufen, in den Adelstand erhobenund zum kaiserlichen Rath ernannt. Er blieb am Hofe als Leibarztauch noch unter Kaiser Maximilian II. und stand mit den Hofakademi-kern und mehreren Universitätsgelehrten im regsten Verkehre. In denclassischen Sprachen sehr bewandert, beschäftigte er sich auch mit be-sonderer Vorliebe mit dem alten griechischen Arzte Dioscorides, dessenWerk De arte medica (rtEpi 0X»|{ JotTptxfjs) er nach einem kostbaren Exem-plare, welches damals nach Wien in die kaiserliche Bibliothek gekommenwar, in lateinischer Uebersetzung und mit Commentar herausgab.(P. A. Matthioli comment. in libros sex Pedacii Dioscoridis de medicamateria. Venetiis 1554 und noch öfter.) Nach Kaiser Maximilians Todbegab er sich nach Trient, wo er 1577 starb. Von ihm wird mehrere»Handschriftliche auf der Wiener Hofbibliothek aufbewahrt, darunterConsilia, Remedia, Recepta und Miscellanea (Codd. 11155, 11182, 11183,11205). Seine Historia de Plantis und Hortus medicus ist Francof. 1585und 1588 gedruckt, lieber ihn handeln: E. Meyer, Gesch. der Botanik,IV, S. 368; Tiraboschi, Letterat. Ital., VII, p. 864 fll.; Denis, Wr. Buchdr.-Gesch., S. 678 f 1.; Gareil. Bibl., S. 563. Mattioli's Briefwechsel mit Ale-xandrinus, Coturnossius etc. erschien 1561 zu Prag unter dem Titel:Epistolarum medicinalium libri quinque. Khautz 1. c, S. 226 fll.

2 ) Mart. Conring, Introduct. in art. med., c. 13, p. 40!): „Refertumtunc temporis erat collegium Caesareum medicis doctissimis: Mat-tiolo, Cratone, Dodonaeo, Godofrido Steeghio aliisque, qui quam plurimisscriptis aeternum sibi compararunt nomen." Auch der damals lebendePhilologe Justus Lipsius, der selbst Wien besuchte, rühmt in gleicherWeise den Hof Maximilians II., wie auch Janus Nichts Erythraeus, der