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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Nach Karls V. Krönung in Aachen, als der Kaiserseinen ersten deutschen Reichstag in Worms hielt (1521),erschien Herberstein auch auf dieser Versammlung.

Bei den damaligen aufrührerischen Bewegungen in denösterreichischen Erbländern, namentlich in Niederösterreich,bewies er sich als ein treuer Anhänger des habsburgischenHauses. Daher schenkte ihm auch der neue LandesherrFerdinand, Bruder des Kaisers Karl V., volles Vertrauenund verwendete ihn zu einer Reihe wichtiger Missionen indie Niederlande, nach Böhmen und Ungarn, zu den deutschenFürsten, an den polnischen Hof, und 1526 zu der zweitenrussischen Botschaft an den Grossfürsten in Moskau, beiwelcher Gelegenheit er, durch einen längeren Aufenthalt imLande unterstützt, nicht nur mit Geschick sich seiner Auf-träge entledigte, sondern auch in den Stand gesetzt war,über das russische Land und Volk nach verschiedenen Rich-tungen genaue Erkundigungen einzuziehen und dadurchMittel zu gewinnen, 1 ) über die Geschichte des russischenReiches in einem grösseren Werke gute und ausführlicheNachrichten zu liefern.

Nachdem Herberstein noch gegen Ende des Jahres1526 über Polen nach Oesterreich zurückgekehrt war, hielt°r sich meist am Hofe Ferdinands I. auf, der ihn wieder-holt mit Missionen betraute. Während die Türken Wienbelagerten (1529), befand sich Herberstein auf einer aber-maligen Gesandtschaftsreise in Polen. Als er zurückkam,war er erstaunt über das veränderte Aussehen Wiens, wel-ches während seiner Abwesenheit die Vorstädte nieder-gebrannt hatte, um dem Feinde die Belagerung schwierigerzu machen.

') Fiedler, Actonstücke EU Sigmund von Herberstein's zweiterMission nach Bassland (in Miklosich' und Fiedler's slavischer Bibliothek,Wien 1857 fl., II, 8. G3-93).