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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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In den zwölf Jahren von 1529—1541 lebte Herbersteinselten längere Zeit an einem und demselben Orte in denösterreichischen Landen: er folgte entweder dem Hofe beidessen wechselvollem Aufenthalte, oder er wurde zu aus-wärtigen diplomatischen Sendungen verwendet, theils alsIlegierungsbevollmäehtigter auf deutschen Reichstagen, theilsals Botschafter zu deutschen Fürsten, aber auch nach Polenund Ungarn; selbst zu den Türken wurde er mit demGrafen Nicolaus von Salm (September 1541) gesendet, woer mit dem Sultan Soliman, nachdem derselbe Ofen ge-nommen, wegen des Friedens verhandelte.

Die vielfachen treuen Dienste, welche Herberstein un-geachtet seiner wiederholten Krankheiten und seiner Ge-brechlichkeit dem Fürsten leistete, belohnte dieser mitmancherlei Ehren und Auszeichnungen. Als Ferdinand seineälteste Tochter, die Prinzessin Elisabeth, an den König Sig-mund I. von Polen verheiratete, erhielt Herberstein denAuftrag, als Obersthofmeister die Braut nach Krakau zugeleiten (1543); und als nach dem Tode Elisabeths (f 1545)deren jüngere Schwester Katharina, Witwe des HerzogsFranz von Mantua, an denselben König Sigmund vermähltwurde (1553), ward Herberstein mit der gleichen ehren-vollen Mission betraut.

Im höheren Lebensalter, als Hcrberstein durch körper-liche Schwäche gezwungen wurde, den Strapazen von Reisenund Gesandtschaften zu entsagen, wendete er seine Thätigkeitund Theilnahme den Wiener Bildungsanstalten zu. VorzüglichesInteresse nahm er an Ferdinands Versuchen, die Universitätaus ihrem Verfalle wieder emporzubringen. Es feierten ihndaher auch als einen wahrhaften Mäcenas die Professorenund Scholaren: und die Dichter besangen seine Verdiensteum die Wissenschaften in ihren poetischen Productionen. 1 )

') In der 1"k)8 zu Wien gedruckten Laurea poetica, edita in gra-tiam et honorem l). .Sigismundi liberi liaronis in Herherstein, Neiperg